Archiv der Kategorie 'Aktionen'

An Arbeit, ist nichts huldigbares zu finden.

Kommt am 1. Mai nach Bonn!

Demonstration: 14.00 Kaiserplatz
Straßenfest:: 16.00 Frankenbad

Wie auch in den vergangenen Jahren heißt es für uns am 1. Mai: “ Auf die Straße gehen, gegen Staat, Nation, Kapital und vor allem eines – Lohnarbeit!

Wir werden nicht den Konsens berufen, dass Lohnarbeit die natürliche Basis des Lebens ist und jenseits davon – gesellschaftlich wie individuell – nur Armut, Faulheit und Depression zu haben ist.
Die heutige Welt geht davon aus, dass selbst schlechte Arbeit doch besser als gar keine sei.
Auch die radikale Linke frönt zu oft noch diesem Arbeitsfetisch, wenn sie – mit Klassenkampfparolen – etwa den 1. Mai zum »revolutionären Kampftag« erklärt und für einen »gerechten Lohn« oder »selbstbestimmte Arbeit« eintritt.
Wir stellen uns dieser ideologischen Verklärung der Lohnarbeit anlässlich des 1. Mai dazu entgegen, da Lohnarbeit als Produkt und Voraussetzung der Zwänge im Kapitalismus zu begreifen ist und sich mit dem Verwertungssystem der heutigen Gesellschaft einbindet.

Die Misere hat System, sei es ein täglich durchzogener sexitischer Arbeitsalltag unter Kolleg_innen, der homophobe Chef am Nachbartisch oder das verstecken hinter einer heterosexuellen Beziehung, um einfach einmal nicht weiter angemacht zu werden.

Einbischen Musik dazu haben wir auch gemacht!

Radiosendung: Homophobie Im Alltag

erneut hatten wir einen Beitrag im Radio:

Hört doch mal rein!

Homophobie im Alltag

Feminismus oder Barbarei.

Wir finden es wichtig am internationalen Frauen*kampf Tag, darauf aufmerksam zu machen, wie wenig heute Frauen öffentlich ihrer selbst und ihrer Arbeit gewürdigt werden. Daher haben wir heute Nacht einige Botschaften an Statuen, die wichtige Männer würdigen sollen, hinterlassen. Folgendes haben wir als Pressemitteilung an den GA, den Express und Schaufenster gesendet…

„Beethoven war ein guter Musiker und ist deswegen wichtig für Bonn. Mit unserer Kritik wollen wir nicht ihn als Person oder seine Musik kritisieren, sondern in welcher begünstigten Position er als Mann war, um überhaupt erst berühmt werden zu können. Die Tätigkeit von Frauen rückt geschichtlich gesehen oft in den Hintergrund, weil ihre Arbeit meistens auf Haushalt und Familie reduziert war. Damit dies nicht vergessen wird, halten wir es für sinnvoll, dass ihre Tätigkeiten öffentlich respektiert oder zumindest nicht bei der Würdigung berühmter Männer vernachlässigt wird.

In Anbetracht der Statur Ernst Moritz Arndts am Alten Zoll, fragen wir uns, wie es sein kann, dass immernoch ein Nationalist und Antisemit, der außerdem Französ*innen als die „bösen Juden“ beschimpfte, im öffentlichen Raum geehrt wird. In der Zeit des Nationalsozialismus‘ wurde Arndt auf Grund dieser Ansichten hoch angesehen, worauf auch die Namensgebung verschiedener Schulen (z.B. das Ernst-Motitz-Arndt Gymnasium Bonn) und Universitäten zurückzuführen ist.

Wir schlagen vor, dass wenn überhaupt, seine Erkenntnisse und Arbeiten, aber nicht er als Person gewürdigt werden. NS-kritische Personen sollten unserer Meinung nach im öffentlichen Raum mehr Platz erhalten. Isa Vermehren zum Beispiel studierte, unterrichtete und starb in Bonn (2009). Ihre Regime und Nationalismus Kritik äußerte sich in ihren Liedern, Kabarettstücken und ihrer Arbeit in der Wiederstandsgruppe „Solf Kreis“. Vermehren wurde verhaftet und in die Konzentrationslager Ravensbrück, Dachau und Buchenwald verschleppt.

Der Obelisk am Markt ließ 1777 Kurfürst Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels zu seiner Würdigung bauen. Die Kosten mussten von den Bürger*innen von Bonn getragen werden. Wir respektieren den historischen Wert der Marktfontaine, allerdings ist sie erneut auf eine öffentliche Darstellung (zudem in einer Phallus Form) eines Mannes in einer hervorgehobenen Position zurückzuführen. Wir wollen, dass diejenigen, die in Bonn etwas für die Menschen taten, geehrt werden, anstatt diejenigen, die sie ausbeuteten. Beispielsweise Klara Marie Faßbinder (1890-1974), eine Frauen und Friedensaktivistin, die sich zudem für eine deutsch-französische und eine west-östliche Verständigung einsetzte. Aufgrund dieser Aktivitäten wurde ihr 1953 ihr Lehrauftrag an der PH Bonn entzogen und 1955 wurde sie in vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Sie und viele weitere wunderbare Frauen* haben unserer Meinung nach eine ähnliche Würdigung wie Beethoven, Ernst Moritz Arndt oder jegliche Kurfürsten in Bonn verdient, und das schon seit einer Weile – Es ist Zeit, dass Frauen* mehr öffentlicher Raum und Respekt zugestanden wird!

,,Hier wird ein ausbeutender, sexistischer Fürst geehrt!“

Kurfürst Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels ließ diesen Obelisken am Marktplatz nämlich 1777 zu seinem gedenken errichten – natürlich auf kosten der Bevölkerung Bonns. Sexistisch bezeichnen wir besagten fürsten, weil eine öffentliche Selbstdarstellung in dieser (phallus-)form darauf schließen lässt, dass er sich gerne über andere Personen gestellt sieht, allen voran natürlich Frauen*, die in den kulturen im westeuropäischen Gebiet in den Hierarchien normalerweise ganz unten waren. Außerdem kann antisexismus unserer meinung nach nur antiautoritär sein.

„Wo wird Klara m. Faßbinder – Frauen- und Friedensaktivistin – geehrt?“

wir finden, dass statt oder zumindest zusätzlich zu Würdigungen von fürsten auch grade Personen, die die Zukunft unserer Gesellschaft positiv mitgestalteten, öffentlich gewürdigt werden sollten – oder um keinen Personenkult zu veranstalten eben ihre arbeit. hauptsächlich wollten wir aber darauf aufmerksam machen, dass in bonn und wahrscheinlich den meisten anderen Städten Huldigungen von Personen ungleich abgebildet sind – alles historisch erklärbar, natürlich natürlich, dann ist es unserer Meinung aber an der zeit, dass eine Veränderung stattfindet, wenn wir doch heute nicht mehr in einer sexistischen Gesellschaft leben!

„Ich konnte nur berühmt werden, weil ich als mann öffentlich anerkannt war!“

Beethoven war ein bedeutender Musiker und sollte als solcher nicht vergessen werden. Auf der anderen Seite sollte jedoch auch nicht vergessen werden, dass er es als Frau* niemals geschafft hätte, diesen Status zu erlangen – abgesehen davon, dass er auf die Unterstützung im Haushalt auf Frauen* angewiesen war, um seiner Tätigkeit überhaupt so intensiv nachgehen zu können.

„Wir brauchen öffentliche Würdigungen der Tätigkeit von Frauen*“

Weil Frauen* aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse nicht auf gleiche weise wie Männer in die Öffentlichkeit gehen konnten, wird ihr dasein und ihre Tätigkeit, wenn wir von geschichtlichen Geschehnissen sprechen, meistens verschwiegen – sie werden unsichtbar. Dabei war ihre Arbeit keineswegs weniger bedeutend, als die einzelner Persönlichkeiten – Frauen, die im Haushalt arbeiteten/arbeiten sorgen für die Grundlage jeglicher gesellschaftlicher Ereignisse. Das sollte sichtbar gemacht werden um in unser Bewusstsein zu gelangen

„Ich war Nationalist, Antisemit und Sexist!“

Ernst Moritz Arndt wurde unter anderem von den Nationalsozialisten eben aufgrund oben genannter Einstellungen gehuldigt – daher auch die Namensgebung des e.m.a. Gymnasiums in Bonn (1938). Wir fragen uns, warum er trotzdem noch so eine Würdigung erhält, wie in der Statue am: „alten Zoll“ oder in dem e.m.a. haus – viele Leute haben tolle Erkenntnisse hervorgebracht, ohne scheiße zu sein.

Abgesehen davon sollte es nicht verschwiegen werden und als historische Begebenheit angesehen werden, dass Leute nationalistisch, antisemitisch, rassistische, sexistische, homophob oder trans*phob oder sonstwie scheiße gewesen sind – wir können Sachen nur verändern, wenn wir sie auch ansprechen.

„Hier sollte isa vermehren (ns-kritikerin) öffentlichen Raum bekommen!“

Statt Krieg sollten wir dem Frieden gedenken, welcher keine Selbstverständlichkeit ist.
Als Alternative zu Ernst Moritz Arndt dachten wir uns, dass Isa Vermehren, welche NS kritischen kabarett machte, der Widerstandsgruppe „Solf“ angehörte und dafür ins KZ deportiert wurde. Sie hat in Bonn gearbeitet und ist hier gestorben, der Bezug ist also da – wo ein Wille ist, ist ein Weg.

In Bonn müssen nicht nur kriegstreiberische instrumente (Kanonen), Antisemiten und Rassisten oder ausschließlich weiße, heterosexuelle Männer geehrt werden – wenn Personenkult schon sein muss, dann wenigstens von Menschen, die für etwas fortschrittliches stehen!

D‘r Sound Kütt nitt?

Rosenmontagsdemo – Für einen alternativen Karneval!
D’r Sound Kütt nitt?

Die traditionelle Rosenmontags-Veranstaltung „D’r Sound Kütt“ fiel in diesem Jahr aufgrund von Anwohnerbeschwerden aus. Die frei zugängliche Karnevalsparty hätte zum 11ten Mal stattgefunden.

Die ausgelassen-friedliche Grundstimmung bei alternativem Musikprogramm ist immer Alleinstellungsmerkmal dieser ehrenamtlich getragenen Freiluft-Veranstaltung gewesen, die zuletzt Besucherzahlen jenseits der 500 verzeichnen konnte. Die Veranstaltung ist unkommerzieller Natur und erfreute sich gerade daher großer Beliebtheit und einem starken Rückhalt seitens ihrer Besucher_innen und Unterstützer_innen.

Im Jahr 2012 zog die Veranstaltung von der Dorotheenstraße auf den Frankenbadvorplatz um. Hier organisierten sich Anwohner_innen gegen das Event.
Für dieses Jahr hatten Stadtverwaltung und Veranstalter_innen im Vorfeld vergeblich nach einer Ausweichlokation für „D’r Sound Kütt“ gesucht. Denn für den Frankenbadvorplatz wollte die Stadt Bonn keine Genehmigung erteilen, da zu befürchten war, dass der Unterlassungsklage der Anwohner_innen Recht gegeben würde. Die Anwohner_innen berufen sich hier auf das Lärmemissionsschutzgesetz. Dieses schreibt öffentlichen Veranstaltungen Grenzwerte der Beschallungslautstärke vor, die, gemessen am Grundpegel derartig großer Menschenversammlungen, realitätsfern sind und den wirkungsvollen Einsatz von Tanzmusik verunmöglichen.

Mit der Demonstration haben wir heute darauf hingewiesen, dass die bestehende Gesetzeslage sowie die umgreifende Regulierungswut konträr zu den Bedürfnissen einer lebendigen Stadt stehen. Wenige Klagende können im Zweifelsfall hunderten, tausenden Menschen den Spaß verderben. Die Ereignisse um die Veranstaltung „ D’r Sound Kütt‘ sind hierbei im Kontext ähnlicher Vorfälle z.B. bei der „Klangwelle“ und des „Kunstgartens“ in Bonn und unzähliger anderer Beispiele bundesweit zu betrachten.

Für stellen uns dieser Politik in den Weg!
Hierzu unsere Rede auf der Demonstration:

Liebe Menschen,

Tage wie diese in denen wir raus gehen, um unseren Protest auf die Straße zu tragen, sind mehr als wichtig. Das Bild einer besseren Gesellschaft, wird nicht der Staat bauen, sondern wir selbst. Ausgrenzungen die uns tagtäglich widerfahren, gilt es systematisch zu bekämpfen, sei es Homophobie, Sexismus oder das Patriarchat. Wir müssen der Welt zeigen, das es nicht ausreicht sich auf den Staat zu verlassen.

Denn weder der Staat, noch irgendeine andere Institution, kann wirklich in unserer Stimme sprechen. Wir fordern nicht, das etwas nur besser wird, wir fordern die befreite Gesellschaft in der jede und jeder nach seinen Maßstäben frei und ohne jegliche Autoritäten leben, lieben und lernen kann. Mit weniger werden wir uns nicht zufrieden geben, wir werden uns auch weiterhin die Freiheit raus nehmen, Klartext zu sprechen was uns hier ankotzt.
Wir wollen Freiräume, in denen wir wir selbst sein können. In denen wir feiern und tanzen können und uns so organisieren können wie wir es wollen. Da hilft es nur die Mauern dieser kapitalistischen Gesellschaft einzureisen.

Das einzige was uns wirklich helfen wird, sind Machtstrukturen dieses Systems abzuschaffen und in eine Welt zu schauen, in der niemand mehr Angst haben muss, so zu sein, wie Mensch ist. Mit der Erschaffung Libertärer Zentren und mehr freien Räumen, gehen wir den Schritt für ein selbstbestimmtes Leben. Gehen wir den Schritt, zu einem Ort, wo wir uns selbstbestimmt aufhalten können. An diesem Ort, werden wir uns selbst organisieren ohne von den Gesetzen des Staates eingeschränkt zu werden. Wir reden hier nicht von einer utopischen Vorstellung, sondern von der Entwicklung einer Lebensrealität.

Wo Geschlecht, Sexualität und Hautfarbe nicht den Ton angeben. Wo wir so sein können, wie wir sind, wo Benjamin und Lukas, Maria und Sophie sich küssen und es keinen juckt. Wo Mensch sich nicht wegen bescheuerter Konstrukte, irgendwo einordnen muss.
Wir sagen was, wenn uns etwas nicht passt.
Das können Kontreuller_innen sein, die einen Obdachlosen in der Bahn beleidigen. Das können Prollo’s im Bus sein, die mich jeden Tag aufs neue nerven. Wenn jemand „behindert“ oder „Schwul“ als Schimpfwort benutzt, gehe ich an die Wand. Wenn Menschen jemanden auf das Aussehen und seine Kleidung reduzieren, wird uns schlecht.

Wir wollen und werden kein Chamäleon sein, das sich stillschweigend in die Verwertungslogik einpasst.
Gegen das Establishment, gegen Ausgrenzende Kackscheiße:

Für mehr frieräume und ein libertäres Zentrum Bonn!

GAY PRIDE WORLDWIDE!

Am 14.02.2015 wollen wahrscheinlich einmal wieder die „besorgten Eltern“ auf die Straße ziehen.

Bei den „besorgten Eltern“ handelt es sich um eine vor allem homophobe und antifeministische Gruppe die es sich zum Ziel gemacht hat, die „gegenwärtige sexuelle Umerziehung“ mit dem ihrerseits proklamierten: „Schulfach-Schwul“ und den darauf folgenden „Geburtenabsturz“ entgegen zu gehen. Doch auch Themen wie der ihrer benannten aktuellen Kurs des: „Raubtierfeminismus“, dem Gender Mainstreaming und der allgemeinen „Frühsexualisierung“ der Kinder steht im Fokus.

Selber definiert sich die Gruppe der „besorgten Eltern“ weder rechts, noch homophob, sondern Bürgernah, die in der Stimme des Volkes sprechen.( Schließlich ginge es einzig, um den Schutz der Kinder.) Sie sind einzig gegen den “Zwang“ des Staates zur Sexualkunde und stellen u.a die These auf, das mit dem Bildungsplan der Intersexuellenvielfalt ihre Kinder Homosexuell gemacht werden sollen.

Hinter den Kulissen der „besorgten Eltern“ steht ein Organisationsteam, das vor allem durch AfD-Nähe auffällt. Bei der letztjährigen Demonstration in Köln, wo es zu einem physischen Übergriff auf Antifaschist_innen kam, sprach Ex-Front-National-Mitglied (FN) Alain Soral, der 2006/2007 für Marine Le Pen den Präsidentschaftswahlkampf organisierte. Auf der Demonstration waren dazu passend Mitglieder der rechtspopulistischen Bürgerbewegung: „Pro Köln“ zu sehen und Unterstützer_innen des Portales „Terra Germania“, die sich zur reichsdeutschen Absetz­bewegung bekennen.

Den Teilnehmern der letzten „besorgten Eltern“ Demonstration in Köln wurden klare Regeln zur Teilnahme vermittelt, wie etwa nicht mit Reportern zu sprechen. Daneben liefen paramilitärisch agierenden private Ordner, die mit Quarzhandschuhe und finsterer Miene um die Demonstration entlang laufen.

Es ist interessant festzustellen, das hinter den „besorgten Eltern“ kein größeres Protestbündnis, sondern ein Organisationsteam mit deutlichem Russland-Bezug steht. Das russische Staatsfernsehen war (wie auch in Köln letzten Jahres) bei allen Protesten dabei, um Bilder des „Widerstandes“ für die Heimat zu produzieren. Bei einer Demonstration im November in Dresden, sprach dazu auch Jürgen Elsässer, Russland-Propagandist des „Compact“-Magazins. Er hatte im Jahr zuvor mit russischer Finanzierung eine „Familien“-Konferenz in Leipzig durchgeführt, an der die Verantwortliche des Homo-“Propaganda“-Gesetzes und eine Vertreterin der französischen Bewegung gegen die Ehe-Öffnung teilnahmen.

Haltet euch auf dem laufenden und kommt zahlreich!