Archiv für April 2015

An Arbeit, ist nichts huldigbares zu finden.

Kommt am 1. Mai nach Bonn!

Demonstration: 14.00 Kaiserplatz
Straßenfest:: 16.00 Frankenbad

Wie auch in den vergangenen Jahren heißt es für uns am 1. Mai: “ Auf die Straße gehen, gegen Staat, Nation, Kapital und vor allem eines – Lohnarbeit!

Wir werden nicht den Konsens berufen, dass Lohnarbeit die natürliche Basis des Lebens ist und jenseits davon – gesellschaftlich wie individuell – nur Armut, Faulheit und Depression zu haben ist.
Die heutige Welt geht davon aus, dass selbst schlechte Arbeit doch besser als gar keine sei.
Auch die radikale Linke frönt zu oft noch diesem Arbeitsfetisch, wenn sie – mit Klassenkampfparolen – etwa den 1. Mai zum »revolutionären Kampftag« erklärt und für einen »gerechten Lohn« oder »selbstbestimmte Arbeit« eintritt.
Wir stellen uns dieser ideologischen Verklärung der Lohnarbeit anlässlich des 1. Mai dazu entgegen, da Lohnarbeit als Produkt und Voraussetzung der Zwänge im Kapitalismus zu begreifen ist und sich mit dem Verwertungssystem der heutigen Gesellschaft einbindet.

Die Misere hat System, sei es ein täglich durchzogener sexitischer Arbeitsalltag unter Kolleg_innen, der homophobe Chef am Nachbartisch oder das verstecken hinter einer heterosexuellen Beziehung, um einfach einmal nicht weiter angemacht zu werden.

Einbischen Musik dazu haben wir auch gemacht!

Radiosendung: Homophobie Im Alltag

erneut hatten wir einen Beitrag im Radio:

Hört doch mal rein!

Homophobie im Alltag

10 Gründe warum Homophobie uns alle angeht

Ist euch schon mal aufgefallen, wie oft Heterosexualität zur Schau gestellt wird? Paare, die händchenhaltend flanieren; Kolleg_innen, die auf der Arbeit von ihrem Freund erzählen; Politiker_innen, die auf Wahlplakaten mit Frau und Kindern posieren; Tanten, die ihren Neffen fragen, ob er schon eine Freundin hat. Wenn Thomas Hitzlsperger aber nicht länger verheimlichen möchte, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt; wenn lesbische, schwule, trans- und intergeschlechtliche Personen in der Schule berücksichtigt werden wollen, dann fühlen sich viele belästigt oder bedroht.

Menschen sind umso homophober, je stärker ihre Vorstellung davon ist, wie sich „richtige Männer“ und „richtige Frauen“ verhalten sollten (Whitley, 2001). Jugendliche, die es nicht gut finden, wenn Mädchen Fußball spielen oder Jungen weinen, lehnen auch Lesben und Schwule stärker ab. Homosexualität widerspricht klassischen Geschlechterrollen: Plötzlich ist unklar, aber wichtig, wer hier Mann und wer Frau in der Beziehung ist. Manche denken womöglich daran, wer die passive (und vermeintlich „unmännliche“) Rolle während des Analverkehrs innehat.

In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit* als etwas gesehen, das biologisch erworben wird, während Männlichkeit* immer wieder neu erkämpft und bewiesen werden muss (Vandello & Bosson, 2013). Wird sie in Frage gestellt, dann neigt Mann* danach stärker dazu, sie einmal mehr unter Männern* zu beweisen.
Homophobe Äußerungen sind dann eine wirksame Methode, um sich vom „nicht-männlichen Schwulen“ demonstrativ abzugrenzen. Besonders angegriffen fühlen sich offenbar Männer*, die sich zwar als heterosexuell definieren, aber dennoch von Männern* sexuell erregt werden.

Durch demonstrative Abwertung von offen schwulen Männern* können sie die bedrohte „Männlichkeit“ wiederherstellen. Eine neuere Studie bestätigt diese These und zeigt, dass Homophobie unter Frauen* und Männern* am höchsten ist, die sich zwar als heterosexuell identifizieren, deren spontan gemessene Reaktionen dieser Identität aber mitunter widersprechen.

Unter dem islamistischen Regime der ISIS in Syrien, wo die „auserwählten Muslime“, jede_n töten der nicht nach Ihren diktatorischen Regeln lebt. Dem Iran, dem Irak, dem Jemen, Mauretanien, Nigeria, Gaza, Qatar, Saudi Arabien, Somalia, Sudan und schlussendlich die Vereinigten Arabischen Emirate wo Homosexuelle öffentlich gehängt, gesteinigt und mit dem Mob durch die Straßen gejagt werden, erhebt sich die Borniertheit der Gesellschaft diejenigen zu ächten, die zu Ihrer Homosexualität, Trans*Sexualität, Bisexualität oder jeglicher anderen non-konformen vorgelebten Heterosexualität stehen.

Die bürgerliche-Mitte der deutschen Gesellschaft, hat damit natürlich nichts zu tun und Deutschland schwappt über von Toleranz und Weltoffenheit.

Das zeigte einmal wieder der 8. April 2014, als die Landesregierung Baden Württemberg den Entwurf zum Bildungsplan der: „sexuellen Vielfalt“ zurückzog, nachdem rechtspopulist_innen und christliche Fudamentalist_innen unter dem Deckmantel der „besorgten Eltern“ dagegen mobilisierten.

Deutschland an sich, tut sich besonders gut darin, seinen Finger projektierend auf die anderen zu zeigen.
Doch über 60% der deutschen wollen bis heute mit Homosexualität, möglichst wenig zu tun haben.

Wir liefern euch darum heute 10 Gründe warum Homophobie uns alle angeht: (!)

1. Wir sind nicht alle gleich, doch wir alle sind Menschen und verdienen denselben Respekt und dieselben Rechte. SOLANGE WIR NICHT ALLE FREI SIND, IST NIEMAND FREI!

2. Homophobie schürt Hass. In eine von Hass geprägte Gesellschaft zu leben, ist für niemanden erstrebenswert. MIT WELCHEM GESCHLECHT* ICH KNUTSCHE, RUMMACHE, KUSCHEL ODER SEX HABE GEHT JEDE_N EINEN SCHEIßDRECK AN!

3. Homophobie lässt Jugendliche glauben, es ist falsch nicht heterosexuell zu sein und macht Zuneigung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen zu etwas ‚unnatürlichem‘. UNNATÜRLICH SIND NUR DIEJENIGEN DIE NIEMANDEN LIEBEN!

4. Homophobie verwehrt LGBTIQ-Jugendlichen die Chance jemals glücklich zu sein, da sie mit dem Gefühl aufwachsen, dass sie ein Teil ihrer Persönlichkeit zu einem ‚Freak‘ macht. WIR SIND ALLE INDIVIDUEN, SCHERT KEINE_N ÜBER DEN KAMM!

5. Homophobie kann Strukturen zerstören. Eltern von ihren Kindern entfremden oder Streit zwischen Geschwistern, Freund_innen hervorrufen. Dabei sollte gerade diese eine schützenswerte Gemeinschaft sein. LASST MENSCHEN SIE SELBST SEIN!

6. Homophobie führt dazu, dass auch heterosexuelle Jugendliche wegen vermeintlicher Homosexualität gemobbt werden. ‚Schwul, Weiblich*, Schwuchtel, Stricher, Tunte, Transe, Arschficker‘ darf keine Beleidigung sein – für niemanden.
MEIN KÖRPER, MEINE SEXUALITÄT, MEIN LEBEN!

7. Homophobie drängt Menschen in starre Geschlechterrollen, da sie vermittelt bekommen, das nur besonders männliche Männer und sehr weibliche Frauen ‚richtig‘ sind. KEIN MANN* SOLLTE JE WIEDER SEINEN MANN* STEHEN MÜSSEN!

8. Homophobie blockiert Kreativität und Ausdruck von Individualität. „STRAIGHT-ACTING“ IST BULLSHIT! SEI DU SELBST UND FOLGE KEINER ROLLE!

9. Homophobie provoziert Angst vor Andersartigkeit. KEINE TOLERANZ DER INTOLERANZ!

10. Homophobie diskriminiert die Eltern, die Kinder oder die Freunde von homo-, bi- und Trans*sexuellen Menschen.
WIR SIND KEINE EXOTEN, WITZFIGUREN ODER SEXBESSENE PARTYMENSCHEN! – WENN IHR FRAGEN HABT, DANN FRAGT EINFACH NACH!

(Textauszüge aus: Psychologie Heute)