Lass die Kirche im Dorf.

„Wenn Männer* schwanger werden könnten, wäre Abtreibung schon längst ein Sakrileg!“

Über Christliche Fundamentalist_innen, ihre 1000 Kreuze, deren Homophobie und den alltäglichen Sexismus der Normgesellschaft:

Am Samstag den 21. März fand in Münster wieder einmal der jährlich seit 2009 stattfindende „Gebetszug“ von fundamentalistische Christ_innen statt. In dem gegen Schwangerschaftsabbrüche, Verhütung, Sex vor der Ehe und Homosexualität protestiert wurde.
Am 21.03. gingen wir deshalb mit etwa 350 anderen Menschen unter dem Motto „Raise your voice – your body your choice“ auf die Straße.

Wir zogen quer durch die Innenstadt und stoppten für Redebeiträge zu den Themen: wie Schwangerschaftsabbrüche, staatliche Finanzierung von Kirchen, Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen/Behindertenfeindlichkeit) und Pränataldiagnostik (die Beiträge sind auf gegen1000kreuze.blogsport.de veröffentlicht).

Dazu gab es Grußworte an die Menschen in Stuttgart, die zeitgleich gegen einen Aufmarsch der „besorgten Eltern“ demonstrierten und in Nürnberg, wo Nazis eine feministische Demonstration angegriffen hatten.

Lautstark, gut gelaunt und mit viel Glitzerkonfetti verlief die Demonstration, bis zum Abschluss in der Aegidiistraße. Dort stürmte ein Trupp Polizist_innen in die Demo um einen Genossen im Schwitzkasten durch die Menge zu prügeln.
Einer der Hauptvorwürfe „Hinterlassen von Müll“ – er soll Konfetti geworfen haben.

Zusätzlich wurd ihm vorgeworfen von einem Stand von Verschwörungstheoretiker_innen zu viele Flyer zum Thema „Chemtrails“ mitgenommen zu haben.
Die brutale Festnahme durch die Polizei legitimiert abschließend dann auch noch den Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Mit ziemlicher Brutalität und prügelte die Polizei den 1000-Kreuze-Marsch durch die Innenstadt und verhinderte so fast vollständig Protest in räumlicher Nähe zu den christlichen Fundamentatlist_innen. Nichtsdestotrotz schafften wir es immer wieder an die Gebets-Route und konnten den Marsch kritisch flankieren.

Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Gebetsquälerei der Euro-Pro-Life-Anhänger_innen um den Versammlungsleiter Wolfgang Hering wieder kleiner geworden. Rund 100 von ihnen trauten sich dennoch, sich mit Marienstatuen und Gebetsgejaule wieder zu Deppen zu machen. Hervorzuheben ist hierbei die Teilnahme von anerkannten Neonazis. Unter ihnen befand sich Marcel Huesmann (Jhg.1991), der seit Anfang diesen Jahres “Bezirksbeauftragter Münsterland/OWL” der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” ist.

Insgesamt ziehen wir ein positives Fazit des heutigen Tages, bedanken uns bei allen, die wieder mit uns ein klares Zeichen für den Feminismus, gegen religiösen Fundamentalismus und gegen Homophobie gesetzt haben.

Wir werden uns auch 2016 in Münster sehen, wenn es wieder heißt:
„Gegen jeden Fundamentalismus – nieder mit Jesus und für den Feminismus!“