Her mit libertären Zentren!


Tanzdemonstration: „Für mehr Freiräume! Jetzt erst recht!“
31.01.15. 16:00
Bonn, Kaiserplatz

Freiraum? Frei-von-was-Raum?
Das Wort Freiraum klingt irgendwie schön. Nach Freiheit, fliegenden Vögeln, Urlaub außerhalb von Mecklenburg Vorpommern und so.
Doch warum braucht Freiheit, ein Wort das eher die Abwesenheit von Grenzen und Zäunen impliziert, eine räumliche Begrenzung?
Jedem ist irgendwie klar das die persönliche Freiheit da endet wo die des anderen anfhört, aber Freiheit doch bitte schön überall!
Und es sind sich auch alle einig: Der Marktgläubige will den „freien Markt“, der Rechtsradikale will die „Freiheit der Nationen und Völker von der EU-Herrschaft“, die Sozialdemokrat_in die Freiheit „seiner Stammwählerschaft bei jeder Gelegenheit in den Rücken zu fallen“, die Christdemokrat_in die Freiheit „das doch nochmal sagen zu dürfen!“

Um gegen die ganze Kackscheiße mal anzugehen, ein wenig von unserem Freiheitsverständnis:
„Wir wollen die Freiheit lieben zu können wen wir wollen, ohne auf „Toleranz“ hoffen zu müssen, ohne ständige Blicke ertragen zu müssen die sagen: „Du gehörst hier nicht hin! Aber ich bin so nett und sags dir nicht, ich bin ja tolerant.“

Wir wollen die Freiheit uns kleiden zu können wie wir möchten, ohne in die Klischee behafteten Schubladen des geistigen Mittelalters gesteckt zu werden.
Wir wollen nicht in unser Berufs-, Kleidungs-, Partner-, usw-, Wahl von Geschlechterrollen eingeschränkt und bevormundet werden.
Und wir wollen uns nicht ständig von privilegierten Menschen anhören müssen, wie dankbar wir doch sein sollten. „Wo anders verhungern Kindern. Und solche wie ihr werden gejagt, also hört auf zu jammern!“
Achso?

Oh, wenn das so ist sollten wir wohl besser die Diskriminierung, Ausgrenzung und die paar Todesfälle in Folge von rassistischer, homo,trans*feindlicher motivierter Gewalt hinnehmen. Und dankbar sein. Doch bei aller Dankbarkeit stellt sich doch die leise Frage, wie viel Hohn nötig ist, um die täglichen, verbalen Ausfälle gegen Homosexuelle, in allen Gruppen und Schichten der Gesellschaft, mit der „Meinungsfreiheit“ zu begründen. Freiheit lässt keinen Platz für menschenverachtende Propaganda.

Doch das genaue Gegenteil ist gesellschaftliche Realität: Was haben Schwuchteln und Schwulenwitze gemeinsam? Über beide lacht man.
Und da wir diese bittere Realität leider nicht verlassen können, würden wir uns gerne abgrenzen, eine Umgebung des Respektes und der Akzeptanz schaffen. Diese Abgrenzung ermöglicht der Freiraum. In diesem Freiraum möchten wir Feiern ohne Macker gehabe, lieben ohne Rollenzwang, tanzen ohne dumme Sprüche, aktiv werden ohne Gruppenzwang, uns bilden ohne Leistungsdruck, unsere Mitmenschen statt „unsere Heimat“ schätzen, oder kurz: Leben ohne eure Drecksgesellschaft.


Deshalb: Für eine lebendige Gegenkultur! Für die befreite Gesellschaft! Für libertäre Zentren!