Dem deutschen Mob entgegentreten!

Wieder haben Tausende gegen den Rassismus von „Bogida“ demonstriert. Der für den 22. Dezember angekündigte „Abendspaziergang“ wurde durch die Gegenaktivitäten erheblich behindert. Ihre Pläne für Bonn haben die Organisator_innen daher erst ein mal zurückgestellt, für den 5. Januar wird nach Köln mobilisiert (und wir fahren hin: Gegenrechts).

In der Woche darauf will es „Pegida NRW“ noch mal in Düsseldorf versuchen. Kurz vor Weihnachten mussten sich die ca. 200 Rassist_innen durch einen von der Polizei mit Bussen und Absperrgittern von jeglicher Außenwirkung abgeschotteten Pfad bewegen. Schon am Bertha-von-Suttner-Platz war dann Schluss, obwohl geplant war, zum Markt zurück zu laufen, von wo „Bogida“ losgezogen war. Statt des Flairs eines Spaziergangs konnte „Bogida“ in Bonn so nur den taste of a Naziaufmarsch entfalten. Einige bürgerlich auftretenden älteren Herrschaften hatten nach der Auftaktkundgebung schon genug gehabt und fluchtartig den sich formierenden Aufzug verlassen. Währenddessen nutzten etwa 50 Neonazi-Hooligans und sonstige rechte Schläger_innen den „Bogida“-Aufzug als Bühne zur Demonstration von Barbarei und alkoholinduziertem Tatendrang der deutschen Jugend.

Die eingesetzten Beamten ließen ihre Schützlinge weitestgehend frei gewähren und scherten sich z.B. nicht darum, dass mehrere Teilnehmer_innen des „Bogida“-Aufmarsches – ganz die „besorgten Bürger“ (siehe Foto) – mit Quarzsandhandschuhen und Schlagringen bewaffnet waren oder die Wegstrecke in Vollvermummung bestritten. So wurden Antifaschist_innen von über die Brüdergasse völlig frei von der Kundgebung sich fortbewegenden Nazis attackiert, wobei es zu leichten Verletzungen durch Pfefferspray kam. Teilweise aus dem Aufzug heraus griffen die rechten Schläger_innen auch Journalist_innen an, ohne von der Polizei ernsthaft daran gehindert zu werden. Im Gegenzug mussten dann abreisende Rassist_innen, erst mal aus dem Polizeiring entlassen, teilweise am eigenen Leibe erfahren, wie sich Antifaschismus in der Praxis anfühlt – gut so!

Für die Affinität zu den in Auflösung befindlichen Strukturen der Neonazi-Kameradschaften aus NRW hatte „Bogida“-Organisatorin Melanie Dittmer schon im Vorfeld gesorgt, als sie in einem Interview mittels doppeldeutiger Sprüche mit der Holocaust-Leugnung kokettierte. Dittmer, die im Mai noch organistatorisch für einen Aufmarsch des verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“, unter dem Label „Die Rechte“, aufgetreten war, hat in der Zwischenzeit auch den Düsseldorfer „Pegida“-Ableger übernommen.

Die bisherigen Organisator_innen waren aus Protest von ihrer Rolle zurückgetreten, weil sie Dittmers neonazistischen Kurs für „Pegida NRW“ nicht mittragen wollen, aber offensichtlich keine „bürgerliche“ Mehrheit finden. So muss für den Bonner „Pegida“-Ableger nach den jüngsten Entwicklungen doch festgehalten werden, dass wir es mit einem in relevantem Maße schlecht versteckt nationalsozialistisch auftretenden Phänomen zu tun haben, dessen Anbindungskraft an rechtskonservative, nationalistische Kreise nur aus Dresden herrührt, nicht aber aus eigener Dynamik. Diese Kraft wird „Bogida“ in absehbarer Zeit vermutlich
verlieren.

Ein weiterer Termin für Bonn liegt bislang nicht vor, Informationen zur Entwicklung bekommt ihr weiterhin hier.
Emanzipatorisches Antifa Bündnis