Archiv für Dezember 2014

Germanisierung, nein danke!

Auch im neuen Jahr, kommen Rasist_innen nicht weit!

5. Januar 2015 – 18:30 Uhr am Ottoplatz in Köln-Deutz, Kögida: Wir kommen um zu stören!

Nachdem auch in Bonn rechte Hooligans, Nazis, „besorgte Bürger_innen der Mitte“ und AFDler_innen 2 mal vergeblich versuchten vor der scheinbaren Islamisierung Deutschlands zu wettern, kommt nun Köln.
Auch wenn für die Kögida-Demonstration auf Facebook über 600 Personen zugesagt haben, in Bonn waren es 3000 – bleibt es wohl wieder dabei das einige hundert Menschen erscheinen werden, um sich unter der hegemonialen Männlichlichkeitsorientierung, starken Alkoholeinfluss, Deutschlandfahne und gegenseitigen „Ahu,Ahu!“ rufen, das geliebte Heimatland zu verteidigen.

Eure rassistische, sexistische und patriachale Kackscheiße, kotzt uns an!
Kein Frieden mit eurer Gesellschaft, kein Frieden mit dem rassistischen Konsens!

Für weitere Informationen: Kein Veedel für Rassismus!

Für die Emanzipation von Volk, Nation & Umma!

Bonn, das ist das Falsche: Für eine emanzipatorische Mobilisierung gegen die „Bogida“- Rassist_innen!

Emanzipatorisches Antifa-Bündnis (Bonn)


(Aktionskarte)

Am 22. Dezember wagt „Bogida“ unter Führung der ehemaligen
Nazi-Kameradschafterin Melanie Dittmer einen neuen Versuch, einen
„Abendspaziergang“ gegen Geflüchtete und die vermeintliche Islamisierung
des Abendlandes abzuhalten. Der erste Anlauf am 15. Dezember endete
erfreulicherweise in einem Desaster: nur etwa 150 Personen einer bunten
Mischung aus Rechtspopulist_innen, Rassist_innen, Neonazis und
Verschwörungstheoretiker_innen schafften es auf den Kaiserplatz, auf dem
sie aber schon kurze Zeit später komplett eingeschlossen waren, weil bis
zu 3000 Gegendemonstrant_innen alle drei möglichen Routen blockierten.
Zudem erlebten in der unübersichtlichen Situation wohl einige
herumstreunende Neonazis unangenehme Überraschungen. Dieser Erfolg kann
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die oft schwer zu ertragenden
Reflexe der vermeintlich bunten Zivilgesellschaft offen zu Tage traten.
Die Linksjugend freute sich in den Tagen zuvor unverhohlen auf die
rassistische „Bewegung“, an der man das klassische, identitätsstiftende
Ringen abagieren könnte, und blies die Völker mal wieder auf zum
nächsten, letzten Gefecht. Das Bündnis „Bonn stellt sich quer“ warnte
davor, dass Nazis und Rassist_innen quasi wie eine fremde Macht von
außen „in unsere Stadt kommen“ und forderte, man möge ihnen das hiesige
„offene bunte und friedliche Zusammenleben“ der Stadt Bonn
entgegensetzen. Die Bonner Jugendbewegung jubelte nach erfolgreicher
Blockade: „Bonn ist und bleibt Nazi-Frei!“. Ist allein diese Wahrnehmung
des Lebens in Bonn schon wahnhaft genug, setzten die
zivilgesellschaftlichen Verteidiger_innen der beschaulichen Kleinstadt
noch einen drauf und konkurrierten in ihrem Aufruf zur Gegendemo offen
mit „Bogida“ darum, wer nun „das Volk“ sei. In der Konsequenz schrien
die Blockierer_innen den auf dem Kaiserplatz versammelten
„Bogida“-Höhlenmenschen in Teilen nur unwesentlich Klügeres entgegen als
das, was von diesen über Lautsprecher zu vernehmen war. So sympathisch
es ist, wenn Tausende einen rassistischen Aufzug verhindern: in den
„Nazis raus!“-Sprechchören kristallisiert sich die pure Affirmation des
Bestehenden heraus, in der Rassismus auf ein paar Dutzend Irre
projiziert wird, womit praktischerweise gleich das Bonner Selbst
entlastet werden kann. In ihren jeweiligen Identitätspolitiken sind die
Einen auf die Anderen angewiesen und verteidigen somit gleichermaßen den
deutschen Status Quo.

Der Zynismus dieser Inszenierung, in der sich Zivilgesellschaft und ihr
rechter Rand gegenseitig den Rang ablaufen, würde zu Sensibilität und
Nachdenken fähigen Menschen spätestens an der Schnittmenge offenbar, die
auch an aktuellen Studienlagen ablesbar ist: Während die Anzahl der
Menschen mit „geschlossen rechtsextremem Weltbild“ diesen zufolge jüngst
um beinahe 50%(!) gesunken ist, gab es teilweise rasante Anstiege der
einzelnen, menschenfeindlichen Einstellungsmuster. Mehr als die Hälfte
der Deutschen denke aktuell, Asylbewerber_innen würden in ihren
Herkunftsländern nicht verfolgt, mehr als ein Drittel wollten
Muslim_innen die Zuwanderung ganz untersagt sehen und ebenfalls mehr als
die Hälfte der Deutschen meine, Roma und Sinti seien an ihrer Ablehnung
selbst schuld. Ebenfalls aktuell: bei seit 2004 sinkendem primären
Antisemitismus stiegen Antizionismus bzw. „Israelkritik“. Im September
2014 vertraten demnach mehr als die Hälfte der Deutschen diese
Positionen. Die „Nazis raus!“-Rufe erblöden sich an einer Realität, in
der Nazi-Ideologie längst keiner Nazi- Identität mehr bedarf und sich
auch auch ihre schlechten Kritiker_innen autoritärer, gegen das
Individuum gerichteter Welterklärungsmuster bedienen. Gerade in diesem
Kontext sind auch Teile des „Bonn stellt sich quer“-Bündnisses (BSSQ)
als höchst problematisch anzusehen, etwa Vertreter_innen der
„Antikapitalistischen Aktion Bonn“ (AKAB), die noch im Sommer in der
allgemeinen antisemitischen Hetzstimmung zusammen mit Bonner
Salafist_innen Demonstrationen gegen Israel anführten. Auch auf anderen
Ebenen glänzte die AKAB bisher vor allem mit einer aggressiven,
verschwörungstheoretischen und stalinistischen Politik, die bis in die
„Bonner Jugendbewegung“ hineinwirkt. Eine wirksame Bekämpfung des
Rassismus der „Pegida“-Aufläufe, die sich nicht ihrer Logik anpassend
vor den gerade in Bonn virulenten Islamismus stellt, ist mit dieser
Konstellation nicht zu schaffen.

Als emanzipatorische Antifaschist_innen haben wir uns an der
erfolgreichen Blockade von „Bogida“ beteiligt. Wir teilen die
Einschätzung, dass ein Übergreifen der „Pegida“- Montagsdemonstrationen
über Dresden hinaus eingedämmt werden muss. Zu Analyse und Einschätzung
der „Bogida“-Aktionen, mit denen wir uns wohl einige Wochen
herumschlagen müssen, und zur Art und Weise, wie dies aktuell geschieht,
melden wir erhebliche Bedenken an und verweigern uns der Eingemeindung
in das ach-so-bunte Bonn. Wessen Antifaschismus sich darin ergießt,
Melanie Dittmer als „fette Fotze“ zu beschimpfen, wer die
Abschiebebehörden auch mal auf Nazis ansetzen will und darüber
spekuliert, ob hinter der aktuellen rassistischen Welle nicht mal wieder
„das Kapital“ stecke, der darf nicht zu Unrecht seine Ansprüche auf „das
Volk“ anmelden. Bonn, das ist das Falsche!

Bogida, Pegida – das Problem heißt Rassismus
Die Aufmärsche, die mit dem „Erfolgsrezept“ von infantilen Kürzeln wie
„HoGeSa“ (Köln) und „PEgIdA“ (Dresden), auch in den nächsten Wochen
wieder die hässlichsten Deutschen in den Innenstädten versammeln, gehen
indes weiter.
Obwohl Dresden einen Ausländer_innenanteil von verschwindend geringen
4,7% hat, halluziniert sich das Bündnis aus Abgehängten und
Fremdenfeinden eine „Überfremdung“ herbei. Das Ausmaß an aggressivem
Stumpfsinn und Gewaltbereitschaft, das sich im Rahmen von „Hogesa“,
„Pegida“ und sonstigen Schlagwörtern offenbart, die eigentlich gar keine
sind, und deren einziger Zweck wohl darin besteht, sie auch im
Vollrausch noch daherlallen zu können, ist ebenso erschreckend wie
symptomatisch für Deutschland im Jahr 2014, wo sich zu beinahe jedem neu
einzurichtenden Asylbewerber_innenheim der Mob organisiert. So dümmlich
und durchschaubar das Ganze auch daherkommt, relevante Teile der
deutschen bürgerlichen Presse erweisen sich einmal mehr als noch dümmer,
indem sie den Beteuerungen der Veranstalter_innen, es handele sich hier
um besorgte Bürger und „Islamkritiker“, die doch nur christliche Werte
verteidigen würden, in Teilen unreflektiert oder gar vorsätzlich
übernehmen. So war im Zusammenhang mit den rassistischen Märschen dieser
Tage meist die Rede davon, dass sich auch Rechtsextreme unter die
Protestierenden gemischt hätten. Im Gegenteil kann behauptet werden,
dass jede Bürgerin und jeder Bürger, die oder der länger als fünf
Minuten an einer Versammlung teilnimmt, deren vornehmliche Parolen wie
bei den Krawallen in Köln „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“
oder „frei, sozial und national“ lauten, sich unweigerlich selbst als
Neonazi-Sympathisant_in qualifiziert. Abendländische Werte wie das
Zelebrieren öffentlicher Alkoholexzesse in Verbindung mit rassistischer
Randale und Naziparolen zeigen, dass die selbst ernannten Wächter der
deutschen Ordnung so weit entfernt von ihrem proklamierten Feindbild,
den Salafist_innen, gar nicht sind: Ihr gemeinsamer Nenner ist die Barbarei.

Darüber hinaus erfordert es auch keine allzu große geistige Anstrengung,
zu durchschauen, worum es den vermeintlichen Kreuzrittern, die wie ihre
historischen Vorbilder oftmals nicht richtig lesen und schreiben können,
in Wirklichkeit geht: Nicht um eine (dringend notwendige) auf
Emanzipation abzielende Kritik am Islamismus, sondern um ein
Transportmittel für das Ressentiment gegen alles vermeintlich Fremde,
allen voran Asylbewerber_innen. Jüngst veröffentlichte Interviews mit
„Pegida“-Teilnehmer_innen machen deutlich, dass hier Menschen großen
Wert darauf legen, ihr Recht auf Nazi-Parolen durchzusetzen, ohne dafür
als Nazis zu gelten. Bei aller Widerwärtigkeit solcher Positionen ist es
notwendig, die Tragweite solcher Zusammenrottungen angemessen zu
beurteilen. Ebenso schlecht wie eine Bagatellisierung von Rassismus und
Neonazismus – wie sie immer wieder durch das politische Establishment
zwecks Verteidigung des Standorts vorgenommen wird – ist eine
vorauseilende Überhöhung der Relevanz geschlossen neonazistisch
auftretender Rechter. Denn auch letztere spielt diesen propagandistisch
in die Hände. Dass „Bogida“ die Bezeichnung einer „Bewegung“ verdient,
wie die Linksjugend feierlich verkündete, haben die paar Verklatschten,
die sich am 15.12. in Bonn dem Hohn Tausender ausgesetzt haben,
eindrucksvoll widerlegt. Über sie sollte der grassierende Rassismus in
Amtsstuben, in der Politik, bei der Polizei und in unser aller Köpfe
nicht vergessen werden. Die Straße und zumal die Aufwallungen sozial
Abgehängter – und seien sie noch so gewaltaffin – sind nur ein kleines
Rädchen in der Maschinerie, die auf die Einpflanzung rassistischer
Einstellungen von oben getrost verzichten kann: für diese Ideologie
unter vielen sonstigen Hässlichkeiten sorgen die atomisierten
Konkurrenzsubjekte schon selbst, darauf ist Verlass. In der Bonner
Innenstadt kämpfen, bleibt die treffende Kritik aus, nicht Rassismus
gegen Anti-Rassismus, Braun gegen Bunt: es tobt ein Nuancenstreit der
total Vergesellschafteten um den Grad der Freundlichkeit, die ihre
Ellenbogenkämpfe begleitet. Freilich gilt es weiterhin, den von
Rassismus Betroffenen zumindest die schärfsten Formen des Hasses zu
ersparen und sich ihrem Kampf für ein irgendwie erträgliches Hier und
Jetzt anzuschließen.

Bonn stellt sich quer – Zivilgesellschaft, linksautoritäre Sekte, beides?
Das tonangebende Bündnis „Bonn stellt sich quer“ hatte sich 2012
anlässlich eines Aufmarsches von Neonazis gegründet. Der Name ist nicht
nur hinsichtlich der Liebe zum Bundesdorf Programm, sondern signalisiert
auch nach „innen“, wie man sich antifaschistische Gegenwehr vorstellt.
Angelehnt ist der Name vor Allem an das Bündnis „Dortmund stellt sich
quer“, dessen Zustandekommen beispielhaft ist für den linken Populismus.
In der westfälischen Nazi-Hochburg hatten sich 2009 Antifaschist_innen
zusammengetan, um den jährlichen Aufmärschen zum „Antikriegstag“ etwas
entgegen zu setzen. Mit Lügen, Intrigen, gewalttätigem Auftreten und
Drohungen versuchten in der Folge Aktivist_innen aus dem Spektrum der
antiimperialistischen Linken (Rote Antifa Duisburg, DKP, SDAJ, MLPD
etc.) eine Teilnahme zu erzwingen, die ihnen aufgrund ihrer körperlichen
Angriffe und sexistischen, homophoben und antisemitischen Pöbeleien
jedoch verweigert wurde. In der nationalbolschewistischen Zeitung „Junge
Welt“ wurde darauf das DSSQ-Bündnis als eine angeblich breite,
zivilgesellschaftliche Kraft gegen die Nazis ausgerufen. Schnell
sortierten sich die Reihen und man schmiedete ein Bündnis, das sich
nicht an der Ablehnung des gerade von den Dortmunder Neonazis offen
propagierten Antisemitismus orientierte, sondern daran, ob die
Partner_innen dem gegen Israel gerichteten Kurs dieser Gruppen in Treue
verbunden waren oder nicht. Dieses Vorspiel muss kennen, wer die
Funktionsweise von „Bonn stellt sich quer“ verstehen will. Beim
Gründungstreffen im DGB-Haus durften 2012 der Reihe nach alle Anwesenden
mit einem kurzen Statement ihre Bereitschaft bekunden, der auf der Bühne
sitzenden linken Avantgarde in den Kampf gegen die Nazis zu folgen; eine
echte Teilhabe, einen Positionsaustausch, die Möglichkeit zu Kritik o.Ä.
war freilich nicht vorgesehen. Am Dortmunder „Erfolgsrezept“, an dem man
sich im DGB-Haus ein Beispiel nehmen wollte, war indes gar nicht zu
feiern, dass es sich im Kampf gegen Nazis als effektiv erwiesen hätte:
die geplanten Blockaden schlugen im Organisationschaos fehl und am Ende
hatten die Kamerad_innen eher mit der Polizei und dem Innenministerium
zu kämpfen, nicht mit blockierten Routen. Als Erfolg wertete man
hingegen, dass eine antiimperialistische Volksfront gegen die Nazis
geschmiedet werden konnte, die sich darin einig war, dass ihre rechten
wie linken politischen Gegner_innen nichts als Agent_innen des
Imperialismus seien. Und genau so beschloss man auch 2012, mit
Antisemit_innen gegen Antisemit_innen zu demonstrieren: Etwa mit dem
Netzwerk Friedenskooperative, das das iranische Atomprogramm und seine
Vernichtungsdrohungen gegen Israel verteidigt und sich Günter Grass
verbunden zeigt. Letzterer hatte Deutschland in der SZ sein Geheimwissen
mitgeteilt, Israel plane die Vernichtung von 90 Millionen(!) Menschen im
Iran, wozu er es auch mit NS-Deutschland gleichsetzte. Oder die Bonner
Jugendbewegung, die „zivilgesellschaftlich“, jung und wild auftritt und
aus der sich neue Mitglieder für die stalinistischen Kadergruppen
rekrutieren. Oder das selbst ernannte Bonner „Institut für
Palästinakunde“, das sich hauptberuflich auf die Dämonisierung des
jüdischen Staates verlegt hat und z.B. am diesjährigen Al-Quds-Tag,
einem iranischen Staatsfeiertag für die bevorstehende Reinigung
Jerusalems von den Jüd_innen, mit Bonner „Antikapitalist_innen“,
Salafist_innen und ihren Emblemen von Hamas und IS gegen Israel
demonstrierte. Als der „Islamische Staat“ kurz darauf in Kurdistan
einfiel, veränderten sich die Bündnisbedingungen rasch, und aus dem
antiimperialistischen Befreiungskampf war über Nacht wieder mal der
verlängerte Arm des Imperialismus geworden, finanziert durch die CIA.
Und auch für „Pegida“ hatten manche auf der BSSQ-Demo hochintellektuelle
Erklärungen parat: so zeigten ein paar „Genossen“ am 15. Dezember ein
Transparent, auf dem zu lesen war: „ISIS und Pegida beide Kinder der
Imperialisten!“. Unterschrieben war dieser Irrsinn mit „Volksfront“. Der
neue, alte linke Populismus, die Liebe zu Volk und dummdreisten
Erklärungsmustern ist die zusammenhaltende Klammer derjenigen, die in
Bonn den Ton angeben im Kampf gegen Rechtsaußen. Was sich in Bonn als
„Zivilgesellschaft“ präsentiert, ist in Wahrheit eine skurrile Truppe,
die bis 1989 ihre Anweisungen aus Moskau erhalten hätte und angesichts
derer die Extremismustheorie etwas weniger indiskutabel erscheint.
Freilich wäre es falsch, BSSQ mit Nazis und Rassist_innen in Eins zu
setzen. Doch lektüreunsichere Menschen können die Anweisung, im Volk zu
schwimmen wie der Fisch im Wasser, nicht zu Unrecht erst nach einer
Google-Recherche treffsicher ihrem korrekten Urheber zuordnen: Mao?
Goebbels?

Auf zum Marktplatz, auf nach Bonn!
Es könnte der Eindruck entstehen, aus all den genannten Gründen sei es
weniger schmerzhaft, einen großen Bogen um das Bundesdorf und seine
Innenstadt zu machen. Wenn die Dominanz vom rassistischen Konsens und
seiner schlechten Kritiker_innen gebrochen werden soll, ist aber
tatsächlich das Gegenteil angezeigt. Wir rufen daher alle
emanzipatorischen Antifaschist_innen dazu auf, am 22. Dezember und an
allen folgenden Montagen, an denen „Bogida“ rumnerven will, nach Bonn zu
kommen und sich an den Gegenaktivitäten zu beteiligen. Statt der
Verteidigung des Volkes gegen sich selbst fordern wir als
Emanzipatorisches Antifa-Bündnis (Bonn):


Den rassistischen Konsens brechen! Für die Emanzipation von Volk, Nation
& Umma!

Nutella statt Heimatliebe.

Den rassistischen Mob entgegentreten!

Nach dem scheitern der vergangenen Demonstration am Montag der: „BOGIDA“ will die selbsternannte „Nationalpatriotin“ Melanie Dittmer am 22.12.2014 noch einmal vergeblich auf die Feinde ihres so geliebt geglaubten Deutschlands aufmerksam machen.

Montag, 22.12.2014
18.00 Uhr Marktplatz, Bonn vor dem Rathaus.

Neben Melanie Dittmer waren Christopher von Mengersen (Mitglied im Landesvorstand von „pro NRW“ und Stadtverordneter für „pro NRW“ im Bonner Stadtrat) und Sebastian Nobile (ehemaliger „German-Defense-League“- Aktivist)und einige angereiste Neonazis, darunter Sven Skoda (Angeklagter im Prozess gegen das Aktionsbüro-Mittelrhein) und Matthias Drewer (Die Rechte). sowie dutzende Bürger_innen des rechten Randes auf dem Kaiserbrunnen, wo sie sich als Stimme des Volkes wahrnahmen.

Neben dem stolzen deutschen Schmuse-Kätzchen Autor Akif Pirincci, von dessen Männlichkeitsbildern wir nicht sehr viel halten, richten nun seine „Antifa-Wichser“ große Bussis für noch mehr Homoaktivitäten aus. Daneben trat auch der Internet-Publizist Karl-Michael Merkle auf, von dessen: „…(die Linke ) als Totengrab für’s Deutsche Volk“ betrachtet wird.

Keine Toleranz der Intoleranz!
Wir wollen die Freiheit jedes Menschen, ohne jegliche Unterdrückung und Diskriminierung, mit weniger werden wir uns nicht zufrieden geben.

Das Abendland geht unter… na und?

Refugees Welcome Bonn ruft auf:

Ahu, Ahu – Das Abendland kippt sich zu!

Montag, 15. Dezember, um 17:30 Uhr vor dem Alten Rathaus am Markt.

Am 15. Dezember ist es auch im verschlafenen Provinzstädtchen Bonn soweit: Dann versuchen ein paar Idioten, einem vermeintlichen Erfolgsrezept folgend, Rassisten, Nazis, rechte Hooligans und andere besorgte Bürger unter einem infantil anmutenden Kürzel auch hier auf die Straße zu bringen. Als Vorbilder gelten ihnen die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), die wenige Wochen zuvor noch die Kölner Innenstadt zerlegten, um angeblichen Salafisten zu zeigen, wie anständige Deutsche sich zu benehmen haben, und die Neonazis und Rassisten von PEGIDA („Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“), die in der vergangenen Woche in Dresden den größten Naziaufmarsch seit vielen Jahren auf die Beine gestellt haben.

Obwohl Dresden einen Ausländeranteil von verschwindend geringen 4,7% hat, halluziniert sich das Bündnis aus Abgehängten und Fremdenfeinden eine „Überfremdung“ herbei. Der Veranstalter der PEGIDA-Demo in Dresden, Lutz Bachmann, ist ein mehrfach vorbestrafter Einbrecher und Drogenhändler, der sich seiner Strafe auch schon mal als Justizflüchtling in Südafrika zu entziehen versuchte und damit der lebende Beweis, dass es in der Tat kriminelle Flüchtlinge in Dresden gibt. Auch wenn er und die Suffköppe und Vereinsmeier von PEGIDA und HoGeSa sich diese sicher anders vorstellen. Der Anmelder der HoGeSa-Krawalle in Köln war der stellvertretende Vorsitzende von Pro NRW, Dominik Roeseler. Gegen Pro Köln laufen immer noch umfangreiche Ermittlungsverfahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges, bei dem schätzungsweise über 100 000 Euro an Steuergeldern unrechtmäßig eingestrichen wurden.

Das Ausmaß an aggressivem Stumpfsinn und Gewaltbereitschaft, das sich im Rahmen von HoGeSa, PEGIDA und sonstigen Schlagwörtern offenbart, die eigentlich gar keine sind, und deren einziger Zweck wohl darin besteht, sie auch im Vollrausch noch daherlallen zu können, ist ebenso erschreckend wie symptomatisch für Deutschland im Jahr 2014, wo sich zu beinahe jedem neu einzurichtenden AsylbewerberInnenheim der Mob organisiert.

So dümmlich und durchschaubar das Ganze auch daherkommt, große Teile der deutschen bürgerlichen Presse erweisen sich einmal mehr als noch dümmer, indem sie den Beteuerungen der Veranstalter, es handele sich hier um besorgte Bürger und „Islamkritiker“, die doch nur christliche Werte verteidigen würden, in Teilen unreflektiert oder gar vorsätzlich übernehmen. So war im Zusammenhang mit den Neonaziaufmärschen dieser Tage meist die Rede davon, dass sich auch Rechtsextreme unter die Protestierenden gemischt hätten. Im Gegenteil kann behauptet werden, dass jede Bürgerin und jeder Bürger, die oder der länger als fünf Minuten an einer Versammlung teilnimmt, deren vornehmliche Parolen wie bei den Krawallen in Köln „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“ oder „frei, sozial und national“ lauten, sich unweigerlich selbst als Neonazi-Sympathisant qualifiziert.
Abendländische Werte wie das Zelebrieren öffentlicher Alkoholexzesse in Verbindung mit rassistischer Randale und Naziparolen zeigen, dass die selbst ernannten Wächter der deutschen Ordnung so weit entfernt von ihrem proklamierten Feindbild, den Salafisten, gar nicht sind: Ihr gemeinsamer Nenner ist die Barbarei.

Darüber hinaus erfordert es auch keine allzu große geistige Anstrengung, zu durchschauen, worum es den vermeintlichen Kreuzrittern, die wie ihre historischen Vorbilder oftmals nicht richtig lesen und schreiben können, in Wirklichkeit geht: Nicht um eine (dringend notwendige) auf Emanzipation abzielende Kritik am Islamismus, sondern um ein Transportmittel für das Ressentiment gegen alles vermeintlich Fremde, allen voran AsylbewerberInnen.

Bei aller Widerwärtigkeit solcher Positionen sollte jedoch Wert darauf gelegt werden, die Tragweite solcher Zusammenrottungen angemessen zu beurteilen. Ebenso schlecht wie eine Bagatellisierung von Neonazismus – wie sie immer wieder durch das politische Establishment zwecks Verteidigung des Standorts vorgenommen wird – ist eine vorauseilende Überhöhung der Relevanz von Neonazis. Denn auch letztere spielt diesen propagandistisch in die Hände und macht zudem die eigene Position unglaubwürdig, sollte man falsch liegen. Ob BOGIDA die Bezeichnung einer „Bewegung“ verdient, wie die Linksparteijugend behauptet, bleibt abzuwarten. Darüber hinaus sollte der grassierende Rassismus in Amtsstuben, in der Politik und bei der Polizei nicht vergessen werden. Die Straße und zumal die Aufwallungen sozial Abgehängter – und seien sie noch so gewaltaffin – sind nur ein kleines Rädchen in der Maschinerie.

Nichtsdestotrotz ist es selbstverständlich geboten, sich den Höhlenmenschen von BOGIDA entgegenzustellen.

Radiosendung: am 07. Dezember!

Wir als Antihomophobe Aktion Bonn haben in den letzten Monaten mal wieder tüchtig an einer Radiosendung getüfftelt.
Nun sind wir fertig! Sie wird diesen Sonntag den 07. Dezember, um 19.00 Uhr – Radiosender: Radio Bonn-Rheinsieg ausgestrahlt. Dieses ist auf den Frequenzen 91,2 MHz, 94,2 MHz, 98,9 MHz, 99,9 MHz und 107,9 MHz zu empfangen.

Die 1 Stündige Sendung, wird sich mit aktuellen Tendenzen der Alltagshomophobie in der Bundesrepublik beschäftigen.

Hier klicken; um einen kleinen Einblick in unseren davor ausgestrahlten Beitrag zu bekommen