Archiv für Juni 2014

Abschiebung ist Swaglos.

An­läss­lich der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Bonn nahmen wir an der Initiative: „Jugendliche ohne Grenzen“ teil . Wir bleiben dabei, Rassismus ist Alltag! Stoppt die Hetze gegen Flüchtlinge!

Das zeigt sich in Schönefeld, Gohlis und Schneeberg, im Wahlkampf der NPD und AfD, bei Abschiebungen, durch Racial Profiling, durch die Dublin III-Verordnung und Frontex. Verschiedenste Formen von Rassismus ziehen sich durch alle Teile der Gesellschaft.

Rassismus fängt nicht erst da an, wo Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale körperlich angegriffen werden. Rassismus ist in unserer Gesellschaft verankert. Wir werden von Kindesbeinen durch Vorurteile, bestimmte Begriffe und Einstellungen unseres Umfeldes geprägt. Die Vorurteile treffen im Regelfall Menschen die nicht in das Raster einer gesellschaftlich festgelegten Normalität passen. Das Rassismus kein Randphänomen ist, zeigt sich auch an der starken Zunahme fremdenfeindlicher Mobilisierung im letzten halben Jahr. Berlin Hellersdorf, Rackwitz, Gohlis, Schneeberg, Rötha, Merseburg, Schönefeld, Greiz und Wahren. Bürgerinitiativen mobilisieren mit tatkräftiger.

Unterstützung von NPD-Funktionär_innen aus der Nachbarschaft gegen Asylsuchende. Wenn in Schönefeld mit der vermeintlichen Gefahr für die Kinder der an die Notunterkunft grenzenden Schule argumentiert wird, entlarvt dies den plumpen Rassismus dieser “Initiativen”. Scheinrationale Argumente über sinkende Grundstückspreise und steigende Kriminalitätsraten können diesen nicht kaschieren. In Gohlis zeigten jüngst die aufgespießten Schweineköpfe auf dem geplanten Moscheegelände der Ahmadiyya-Gemeinde, wie schnell aus einer von Islamisierungs- und Überfremdungsängsten geprägten Facebookgruppe – “Gohlis sagt Nein!” – Gewalttaten gegen Minderheiten erwachsen können. Der Angriff mit Feuerwerkskörpern und Steinen auf die Notunterkunft für Asylsuchende zur Silvesternacht in Borna oder die gewalttätigen Übergriffe auf Geflüchtete in Merseburg sind ein weitere Beispiele für diese Tendenzen.

Damit sich rassistische Gewalttäter_innen nicht als Vollstrecker_innen eines herbeiphantasierten “Volkswillens” darstellen können, gehen wir auf die Straße!

Kein Fußbreit dem Faschismus!

In der neuentflammten “Überfremdungsdebatte” sieht die NPD in Sachsen ihre Chance, dem drohenden Ausscheiden aus dem Landtag zu entrinnen und zu verhindern bundesweit in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Also hetzt sie fleißig mit und versucht sich so zur bürgernahen Volkspartei zu stilisieren. Teils offen, teils unter dem Deckmantel angeblicher Bürgerinitiativen. Doch auch die rechtspopulistische AfD schürt den alltäglichen Rassismus und schwadroniert in ihrem Programm für die anstehende Landtagswahl über “Integrationsfolklore”, Deutsch-Quoten im Radio und Volksabstimmungen über Moscheebauten, um im rechten Lager auf Stimmenfang zu gehen. Momentan erreicht sie mit diesem menschenverachtenden Populismus geschätzte 7% der sächsischen Wähler_innenstimmen. Von diesem Aufschlag von rechts außen angeheizt, bemüht sich auch die CDU in Sachsen ihr rechtes Profil zu schärfen, um ihre konservative Wählerschaft vom Überlauf zur AfD abzuhalten. Stolz verkündete Innenminister Markus Ulbig: Sachsen im Jahr 2013 zum bundesweiten Spitzenreiter im Abschieben gemacht zu haben. Auch auf Bundesebene haben etablierte Politiker_innen die menschenverachtende Hetze für sich entdeckt. Während Seehofer mit 90er-Sprüchen á la “Wer betrügt der fliegt!” und Debatten über “Sozialtourismus” Wahlkampf macht, ist es dem ehemaligen Bundesinnenminister Friedrich “unbegreiflich”, dass nach dem Massensterben von Flüchtlingen vor Lampedusa von Deutschland größere Solidarität verlangt werde. Er versicherte, dass die bestehenden Regeln zur Aufnahme von Flüchtlingen “selbstverständlich” unverändert blieben. Diesem parteilichen Rassismus stellen wir uns in den Weg!

Rassismus ist institutionalisiert

Doch auch deutsche Behörden sind darum bemüht, es Asylsuchenden so schwer wie möglich zu machen. Abschiebungen, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit (Residenzpflicht), Arbeitsverbote, fremdbestimmte Unterbringung in Lagern (sogenannten Gemeinschaftsunterkünften), gezielte rassistische Kontrollen (Racial Profiling) und Lebensmittelgutscheine sollen Geflüchteten zu verstehen geben, dass sie nicht willkommen sind. Zu der gesellschaftlichen Voreingenommenheit gegenüber Asylsuchenden und “Andersartigen” gesellt sich also ein institutioneller Rassismus. Wie im Beispiel Oury Jalloh, der 2005 in einer Dessauer Polizeizelle lebendig verbrannt wurde. Der Fall Oury Jalloh zeigt wie tief diese Voreingenommenheit in den deutschen Behörden verwurzelt sind.

Wir fordern ein Ende der Abschottung Europas, die Aussetzung der Dublin III-Verordnung und damit einhergehend die Abschaffung von Frontex und Eurosur!

Europaweit wird dieser menschenverachtenden Politik durch die Dublin III-Verordnung Ausdruck verliehen, die Deutschland noch weiter aus der Verantwortung nimmt als ihre Vorgängerin und durch Abschiebehaft und Abschiebung in sogenannte sichere Drittstaaten die Selbstbestimmung von Flüchtlingen beschneidet. Indes bestärken die europäische Grenzsicherungeinrichtung Frontex und das, seit Dezember 2013 bestehende, Überwachungsnetzwerk Eurosur das Bild der Festung Europa.

Grenzübergreifend zeigen wir uns solidarisch mit denen, die sich dem rassistischen Mob europaweit entgegenstellen und unter ihm zu leiden haben!

Unsere Unterstützung gilt vor allem auch denen, welche hier in der BRD für ihre Rechte kämpfen. Seit nunmehr über einem Jahr ist es vor allem der Refugee Strike vom Berliner Oranienplatz und die Gruppe Lampedusa in Hamburg, welche sich aktiv gegen den institutionalisierten und alltäglichen Rassismus zur Wehr setzen! Besonders in Hamburg erfährt die Refugee- Bewegung eine breite Unterstützung durch Anwohner_innen, welche sich gegen die Abschiebediktate des SPD geführten Senats stellen. Bisheriger Höhepunkt des Protestes war eine Demonstration Anfang November, bei der sich bis zu 15‘000 Menschen einfanden und gemeinsam ein unbefristetes Bleiberecht für die von Abschiebung bedrohten Menschen forderten! Zum angekündigten Treffen des Europäischen Rates am 26./27. Juni in Brüssel, auf dem weitere Maßnahmen und Regulierungen zur Kontrolle und Prävention von Migration beschlossen werden sollen, ist ein Protestmarsch gegen die Abschottungspolitik Europas durch Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Belgien angekündigt. Auch in ostdeutschen Provinzen regt sich Widerstand, so vor allem durch die selbstorganisierten Gruppen in Krumpa und Bitterfeld, welche sich gegen den existierenden Kleinstadtrassismus organisieren! Solche Selbstorganisation braucht jede Solidarität!

Wir fordern einen Abschiebestopp, uneingeschränkte Aufenthaltsgenehmigungen und die sozialrechtliche Gleichsetzung für alle Geflüchteten!
Wir fordern die Aufhebung von Residenzpflicht, Selbsbestimmtes Wohnen für jeden und ein Ende der bewussten Isolation von Geflüchteten!
Solidarität mit allen Geflüchteten und von Rassismus Betroffenen!
(Aufruf aus Refugees Welcome!)

Kein Imbiss für Nazis!

Nach den aktuellen Vorkommnissen in Bonn, sahen wir uns verpflichtet um den Schutzwillen der Linken und der Zivilbevölkerung darüber aufzuklären, in welchen Lokalitäten sich die Bonner Nazis und deren Umfeld zur Zeit versuchen breit zu machen…
Das Umfeld um Julian Fritsch besucht vor allem in den Abendstunden oft den Bonner Imbiss City Pick oder trifft sich im Café Goldbraun der direkt neben dem Unihauptgebäude steht. Haltet die Augen offen, passt auf euch auf und reagiert.

Café Goldbraun
Am Hof 26a
53113 Bonn (Bonn-Zentrum)

City Pick
Maximilianstr. 9
53113 Bonn

Offener Brief: Kein Imbiss/Café für Nazis!

Wir die Antihomophobe Aktion Bonn, möchten sie darauf aufmerksam machen das in Ihrem Café/Imbiss bekennende Nazis hausieren. Darunter befindet sich das rechte Umfeld um Julian Fritsch der neben Teilnahmen an Neonaziaufmärschen und durch gewalttätige Übergriffe auf Migranten und Andersdenkende aufgefallen ist. Ebenfalls zeigt er sich in der rechten Rapszene aktiv, indem er im Lied: „Tränengasdusche“ Öffentlich positiven Bezug auf die Massenvergasung im Nationalsozialismus nimmt.

Um Julian Fritsch treiben sich u.a die bekennenden Nazis Elia Jacob, Melanie Dittmer, Timo Kemp, Yannik Stelzenmüller, Werner Trimborn, Lukas Bals, Jörg Lüning, Jan Fartas und Jessica Schlich.

Es ist wichtig den Nazis das Verbreiten ihrer Hetze zu verunmöglichen, ist es wichtig, dass sie in allen Etablissements in Bonn keinen Platz haben. Ob Kneipe oder Diskothek, ob Café oder Pommesbude… Nazis müssen draussen bleiben!
Die Nazis sollten wissen, dass sie unerwünscht sind und für ihre menschenverachtende, sexistische, rassistische und antisemitische Propaganda kein Platz ist. Da die Nazis nicht mehr klassisch mit Bomberjacke und Springerstiefeln auftreten und oftmals an der Kleidung nicht direkt erkennbar sind, haben wir Ihnen im Anhang Bilder der genannten Personen beigefügt.
Wir bitten sie ausdrücklich, von Ihrem Recht gebrauch zu machen, den Nazis ein Hausverbot in ihrer Lokalitäten zu erteilen.
Gemeinsam können wir verhindern, dass sich die braune Brühe weiter ausbreitet!

Wehret den Anfängen!
Nie wieder Auschwitz, nie wieder NS-Faschismus!

Antihomophobe Aktion Bonn
www.ahabonn.blogsport.de

Mehr als Emanzipation!

Für Vielfalt und Toleranz, die Menschlichkeit eines jeden Lebensentwurfes darstellen zu können, ohne dafür in irgendeiner Weise diskriminiert zu werden. Dafür einzustehen nicht toleriert, sondern akzeptiert zu werden das Trans*, Intersexualität, Bisexualität, Homosexualität und Queer nicht platonische Zuordnungen sind, sondern die Identität eines Menschen greifen…

Auch 2014 heißt es deshalb ab auf die Straße und für die Freiheit des Lebens protestieren.
Als Antihomophobe Aktion Bonn geben wir zum CSD folgende Stellung ab:

In diesem System sind wir nicht frei, den es baut auf Unterdrückung auf. Wir können uns nicht frei kleiden, ohne in Schubladen gesteckt zu werden. Wir können nicht handeln, uns geben wie wir wollen, ohne Angst haben zu müssen auf Ablehnung zu stoßen. Während: „Benimm dich nicht wie eine Frau, du bist doch keine Pussy“ „Transe!“ & „Schwuchtel“ zu immer fundierten Alltagsbegriffen werden, können wir nicht genug essen, wie wir kotzen könnten. Wir werden über unser scheinbares Geschlecht definiert, von Kindheitstagen an bekommen wir somit einen Werdegang vor gelegt, wie wir zu fühlen und zu handeln haben.

Es gibt immer noch viel zu wenig Räumlichkeiten, in denen Menschen feiern,lachen,tanzen und weinen können, indem sie ihrselbst sind, ohne von Mackertum, Sexismus und Patriachat an die sich still stehende Welt angepasst zu sein müssen. Wir müssen weiterhin die Mauern in den Köpfen von anderen, aber auch in uns selbst brechen. Diese Mauern die uns angelegt wurden, um in dieser Ellenbogen-Gesellschaft Fuß zu fassen. In dummen Anmachsprüchen kann meist sogar nicht mehr auf Solidarität verlass sein, schließlich „sei es ein Kompliment wenn dir jemand an den Arsch gehe“

Frauen* werden noch immer als Gegenstände projiziert, ob im Musikvideo à la; „Schüttel den Po für den Bozz“ oder als willige Hostese die sich nichts anders vorstellen kann, als etwas geileres zu finden einem Mann* stundenlang zu befriedigen. Unsere derzeitige Welt besteht aus Konstrukten die uns sagen sollen wie wir richtig zu leben haben, wir werden reduziert. Diese unterdrückenden Machtstrukturen begleiten uns tagtäglich, da hilft es nicht immer mehr Hilfestellen anzubieten, da hilft es nur den Kontext dieser Gesellschaft zu verändern.

Verstecken uns hinter einer heteronormativen Beziehung, weil es einfach nicht reicht NEIN zu dir zu sagen.
Verstecken uns hinter Kulissen, damit Mensch uns in Ruhe lässt.

Nein wir ruhen uns nicht auf diesem Zustand aus, indem wir uns andauernd rechtfertigen müssen, für das was wir sind. Lieb doch wenn du willst; mehr als ein Fest, den CSD zur Großdemonstration machen.

(Am 2. August 2014 werden wir wie letztes Jahr am Schwul-lesbische Sommerfest, inmitten des Bonner Zentrums auf dem Münsterplatz teilnehmen. Wir laden herzlich ein, sich diesem Fest anzuschließen und freuen uns über Besucher_Innen.)

Und täglich grüßt der Widerstand.

Einmal wieder hieß es auch diesen Samstag sich in Bonn Verschwörungstheoretiker_Inner, Bürger_Innen der „Mitte“ und Esotheriker_Innen entgegen zu stellen und durch lautstarken Protest sowie Gesprächsangeboten auf Antisemitismus, Homophobie und vereinfachte Feindbilder innerhalb der Montagsdemonstrationen zu machen.

In Diskussionen ergab sich erneut der Versuch bestehende Verhältnisse auf den Montagsdemonstrationen herunter zu spielen und sich nicht als rechtsoffen darzustellen. So kam es auch auf Seiten der Polizei zu massiven Eingriffen, indem schon am Anfang des Protestes versucht wurde „Mundsperren“ zu verteilen, ebenfalls schreckte sie anscheinend das bedrohliche Aussehen der Bunten Kleidung und der Perücken ab, so das nach kurzer Zeit Verstärkung gerufen werden musste. In Diskussionen über die Vorgehensweise der Montagsdemonstrationen, sprachen sich Teilnehmer_Innen wieder dafür aus das Mensch jede Meinung akzeptieren müsse. Sowie auch im Thema Homosexualität: es sei ein Unterschied ob Mensch etwas akzeptiere oder respektiere – was natürlich für den Prozess des Weltfriedens ein super Anfang ist. Allgemein wäre alles was „USrael“ tät Böse, wir werden von der oberen herrschenden Klasse kontrolliert und darunter wären halt eben auch die meisten Jüd_Innen. Die Evolutionstheorie sei eine Lüge und natürlich würden wir hier Dampf machen, schließlich seien wir bezahlt und es würde immer auf Kritik stoßen wenn Mensch sich für die Wahrheit aussprechen würde.
Um noch sicher zu gehen das niemand auf der Demonstration mit diskriminierender Meinung sei, wurde noch im Mikrofon ausgerufen, diejenigen sollten sich doch mal melden. Zum Überraschen natürlich: es meldete sich niemand!

Wir werden auch die kommenden Montagsdemonstrationen nicht ohne Intervention hinnehmen, keine Toleranz der Intoleranz.