Archiv für Mai 2014

Putin? Go Homo!

Seit längerem ist Homosexualität in Russland gesellschaftlich tabuisiert und steht unter Strafe.
Wer trotzdem zu sich steht, wird von Staat, Faschist_Innen und Polizei verfolgt, gefoltert oder einfach umgebracht.

Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland. Mit dem Argument des Kinderschutzes wurde die sogenannte „homosexuelle Propaganda“ eingeführt, diese schreitet nicht nur in das Privatleben von Homosexuellen ein, sondern verfolgt diese auch politisch. Das öffentlich angesprochene oder ausgelebte in Homosexualität, würde Kinder zu Homosexuellen erziehen.

Dazu kommt das Pädophile mit Homosexuellen gleichgesetzt werden. So hat sich nicht nur der Staat gegen sie gewendet, sondern auch die Mittelschicht – explizit die radikale Rechte. Homosexuelle stehen stehen für die breite Bevölkerung einfach unter Vogelfreiheit. „Gewalt, Missbrauch, Nötigung; Schwule drangsalieren und ab damit ins Netz!“ Es finden sich erschreckend kranke Videos im Internet, mal wird der „vermeintiche“ Homosexuelle gezwungen Urin zu trinken, Mensch rasiert seinen Kopf oder er wird zwangsweise penitriert.

Kunstblut über den Kopf und auf den Boden, sich vor die Menschenmassen in der Stadt legen und zeigen was in Russland tagtägliche Realität ist.

Wir fordern;
die sofortige Entkriminalisierung, und den Stop der Hetzjagd gegen Homosexualität!
Nieder mit Putin! Nieder mit der Duma!

Ihr redet von Frieden und meint den Krieg.

Stehen im Schatten
Des Wundenmals in der Luft.
Für-niemand-und-nichts-Stehn.
Unerkannt,
für dich
allein.
Mit allem, was darin Raum hat,
auch ohne
Sprache.

(Paul Celan – Stehen)

Am heutigen Tag fanden in Bonn mehrere rechte Veranstaltungen statt. Um 12 Uhr trafen sich erneut rechtsoffene Verschwörungstheoretiker_Innen und Bürger_Innen der „Mitte“ um für den „Frieden“ zu protestieren. Als Antihomophobe Aktion Bonn, sahen wir uns deshalb in der Pflicht wieder auf Antisemitismus, Nationalismus, schaffende Feindbilder, Homophobie und verkürzte Kapitalismuskritik einzugehen und einen Gegenpol zur Veranstaltung aufzuziehen. Nach folgenden Diskussionen u.a über die scheinbare Besetzung der Jüd_Innen in der FED, Chemtrails und stereotypische Feindbilder, zeigten sich die Montagsdemonstrant_Innen wenig einsichtig; „Da jede Meinung respektiert werden sollte und eine Abspaltung zu bestehenden Ausgrenzungsmechanismen selber „faschistisch“ sei.“

Folgend trafen sich auf dem Münsterplatz Pro Russische Nationalist_Innen in Bonn zusammen, um gegen die Nato, die USA und die faschistische Regierung in der Ukraine zu protestieren. Unter den Demonstrant_Innen war die Partei: „BüSo“ anzutreffen, diese verteilten an ihrem Stand Flyer indem der US-Präsident Barack Obama mit Adolf Hitler gleichgesetzt wurde. Daneben wurde mit Plakaten dazu aufgerufen dem Russische Präsidenten Vladimir Putin den Friedensnobelpreis zu verleihen. Überdies wurden Bilder von Ihm und Bashar Al-Assad, als Schlichter des guten hochgehalten. Als es zum Thema Homophobie in Russland kam, wurde öffentlich behauptet; „die Homosexuellen seien selbst an Ihrem Leid schuld“, „Alle Homosexuellen sind pädophil“ & „Dieser Perversion muss entgegen gehalten werden.“

Am frühen Abend laß Akif Pirinçci in der Beuler Brückenforum sein Buch: „Deutschland von Sinnen“ vor. Schirmherrin der Veranstaltung war die rechte Zeitung;eigentümlich frei und wurde vor allem durch die rechtspopulitische Seite PI-News beworben. Neben Nico Ernst dem Bonner Stadtverordneten von PRO NRW/Alexander Kern (stelv. Kreisvorsitzender), besuchten Mitglieder_Innen der GDL (German Defense League) Umfeld derNPD/Die Rechte, der AfD und Anti-Antifa Fotografin Melanie Dittmer aus dem Kreis NRW den Saal. Akif Pirinçci der sich selbst als freien Denker beschreibt, weißt nicht nur mit antifeministischen Äuserungen wie: „(…) mit einem liebenden Mann eine Familie zu gründen (…) das ist nun einmal der weibliche Weltenlauf.“ u.a marodes Gedankentum vor, sondern beschreibt auch Hetereosexualität als ein berechtigtes „Sakrall“ in der Wertegemeinschaft.

( Hierzu ist natürlich anzumerken lieber Akif, das uns doch erst deine alten süßen Kätszcheen-Krimis, so Queer, bunt und gay gemacht haben!)

Homophobie, Antifeminismus, Antisemitismus, Mackerscheiße, Patriachat – zum kotzen.

WER NICHT FEIERT, HAT VERLOREN!

69 Jahre nach der Befreiung der Allierten am 8.Mai 1945, der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht sagen wir mit ganzem Herzen: „danke!“

Wir danken dem Widerstand, die das Ende der faschistischen Herrschaft herbei führten, die Verfolgung und die Vernichtung beendeten.
Uns ist es wichtig, der Öffentlichkeit gerade in Zeiten von rassistischen Massen, täglichen Übergriffen auf Flüchtlingsheimen und dem Gedenken an Kriegsvebrecher_innen Einhalt zu gebieten. Jene die sich gegen den Faschismus werten und damit konfrontiert wurden, selber in Gefahr zu raten gilt unsere höchste Anerkennung. In der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, geht es bis heute oft darum, das auf der Hand liegende Subjekt von sich zu schieben. Von: „Opa war kein Nazi!“ bis „Wir wollen davon nichts mehr hören!“ driftet ein Großteil der deutschen Bevölkerung in tiefsinniges Schweigen ab.

Die typische scheinbare Leidensfigur der bösen Alliierten, der zivilen Opfer, die Unwissenheit, dem Vergleich zu anderen Geschehnissen und des deutschen Leidens zeigt die Abwehrhaltung eines Menschen, der die von den Nazis begangenen Verbrechen reinwaschen will. Ebenso das was begangen war, nun doch als Unrecht empfindet und darum abwehrt. Wäre dies aber nicht der Fall, so bräuchte man nicht den Eifer einer Distanzierung.

Die Geschichte antisemitischer, rassistischer und homophober Verfolgung endete nicht mit der Niederschlagung des Nationalsozialismus.

Es bleibt dabei Faschist_innen, Rechtspopulist_innen und der diskriminierenden und abwertenden Aussagen aus der „Mitte“ dieser Gesellschaft zu verbannen. Nichts bleibt vergeben oder vergessen.

Nie wieder Faschismus, für die befreite Gesellschaft ohne Unterdrückungsmechanismen!

    Heraus zum 1.Mai!

    Redebreitrag der Antihomophoben Aktion Bonn am 1.Mai 2014:

    Ich möchte gerne aufschauen können, das fällt mir aber oft mehr als Schwer. Ich schreib hier meinen Abschiedsbrief, das ende naht. Ich habe es satt herum geschubst zu werden, ich finde die anderen – aber nicht mich selbst. Als ich Papa und Mama gesagt habe das ich Schwul bin, hat es nur geknallt. Einmal ganz Laut. Da liegen sie meine schönen Erinnerungen mit dem Bierglas zusammen auf dem Boden. Papa hat wenig gesagt, denn es gab nichts zu reden.
    Also rauf in mein Zimmer, Koffer packen, letzte Blicke in mein altvertrautes Heim. Hinter mir knallt die Tür und ich stehe auf der Straße. Mitten im nichts, mitten in einer Gesellschaft die sich Frieden auf die Fahne schreibt und doch mit Hass agiert.

    Homophobie begegnet dem Menschen tagtäglich.

    Ob in der Schule, dem Bus oder dem Freundeskreis, viele Menschen scheint es gar unmöglich auf ihren Sprachgebrauch zu achten.

    Gesetze sind „Schwul“, mit deiner Hose siehst du aus wie eine „Tunte“. Sowieso ist der Regen eine „Schwuchtel“ und eigentlich würde ich schon einmal gerne einen Jungen küssen, nur um es auszuprobieren… – aber klar „NO HOMO!“ wenn ich bitten darf.

    Wir würden gerne davon reden, das wir dass lustig finden. Doch das können wir nicht, da es einfach nicht lustig sein kann. Einen Menschen auf seine Sexualität zu reduzieren ist nicht nur Dumm, sondern gleich menschen verachtend. Mit einer schier unlogischen Logik, könnte man sich ebenfalls über Linkhändler_innen lustig machen. Aber hey allesz nur Spaß, ich bin nicht homophob ,schließlich kennt man ja sogar Leute die Homosexuell sind. mensch gibt sich tolerant und weltoffen, redet von Peace and Love und hört von KIZ: Ich steh auf Frauen (Ich Schwöre) Ist ja nicht so gemeint, sollen sich die Menschen nicht gleich verletzt fühlen, schließlich ist Verletzbarkeit erstens „uncool“ und zweitens zeigt man als richtiger wahrer Mann* keine Gefühle. ( außer Homosexuelle natürlich)

    „Wenn du hetero bist, kennst du keine Angst vor AIDS…() Wichsen ist für mich tabu, denn das wäre Sex mit nem Typen
    Und ich bin ja nicht schwul… () Ich bin so hetero, manchmal wenn ich geil bin wie Sau
    Fick ich sogar meine eigene Frau!

    Jetzt mal im Ernst, egal was und welcher Sinn dahinter auch stehen mag. Texte wie diese, Sprüche wie diese, Meinungen wie diese, reproduzieren Homophobie und beschissenes Mackertum, einfach mal zum kotzen.

    Gegen jede Art der Homophobie!

    Wir wünschen uns keine Akzeptanz, sondern Anerkennung. Es gibt keine Alternative, jede Kette muss gesprengt werden, jedes Ideal das die Frau* in ihrer Würde einschränkt – gehört zerschmettert, vernichtet und abgestoßen.
    Es geht nicht um einen Teil, es geht ums Ganze.
    Diese Welt an sich zu dekonstruieren, sich die Freiheit zu nehmen aufzustehen und der Welt in ihrem Patriarchat, ihrem Sexismus, ihrem Rollendenken und mal ihrer ganzen Unterdrückung den Mittelfinger zu zeigen.
    Wenn wir sagen, das wir wütend sind, bedeutet das, dass wir eure Gesellschaft nicht anerkennen.
    Das wir eure Ausbeutung verachten, euer Bild von Schönheit, euer Ruf nach Frieden der ein falscher ist.
    Ihr redet von Frieden; und sperrt doch diejenigen sozial ein, die aus eurer Schublade heraus fallen.
    Wenn wir von der Befreiung des Menschen reden, verfolgen wir nicht ein unerreichbares Ziel.
    Wir verfolgen das wichtigste, was vielen bereits verloren gegangen ist. Wir holen uns den Sinn dieses Lebens zurück!
    Die Fülle und Schönheit des Lebens, das unantastbare, was diese Welt erst zum strahlen bringt.
    Wir geben uns nicht zufrieden, mit dem was man uns vorlebt, mit dem was uns gezeigt wird.
    Ihr sollt wissen das wir uns nie aufgegeben haben und diesen Kampf weiter führen.

    Mal Zeit klare Worte zu finden!
    Unabhängig vom sozialen Status oder den finanziellen Mitteln eines jeden einzelnen Menschen ist der Kapitalismus nichts weiter als eine Fessel, die uns um den Hals gelegt wird und somit Gehorsam und Konformismus erzwingt.
    Rassismus und Homophobie, Antisemitismus und Antiziganismus, Lookismus und sexismus, Individuen werden in Formen gepresst, die ihnen nicht passen, die ihnen im Alltag aufgezwungen werden, die nichts weiter sind als leere, vorurteilsbehaftete, diskriminierende Rollen die uns Tag für Tag immer mehr und mehr zerstören.

    Ich will nicht weniger diskriminiert werden, sondern gar nicht!
    Ich will nicht weniger für ein System arbeiten das meine Fähigkeiten ausnutzt, sondern gar nicht!
    Ich will lachen können und auch weinen, wann ich will und wie ich will.
    Ich will heute ein Kleid tragen und morgen mit dem Motorrad mit 180Sachen über die Autobahn düsen.
    Heute knutsch ich mit Jonas und morgen mit Lisa und es geht euch einen Scheißdreck an.
    Ich bin nicht deine Sexualfantasie die du einfach nach Lust und Laune anpacken darfst.
    Ich bin weder dein Baby, deine Ische oder dein Weib,
    Nazis sind mehr als Scheiße und nein darüber diskutieren wir nicht, denn das würde bedeuten ich erkenne dort auch andere Thesen an.
    Tierliebe hat nichts mit Pelz zu tun,
    Ich suche mir keinen Sündenbock für meine Probleme,
    Sondern gehe die Probleme an,
    mit dir, dir und dir,
    Komm ich nehm dich bei der Hand,
    Denn 2 Leute sind schon fast eine Revolution.

    Für die Bilder und den Rückblick