Archiv für Januar 2014

Hab nix gegen Schwule aber…

Alltags Homophobie begegnet dem Menschen tagtäglich.
Ob in der Schule, dem Bus oder dem Freundeskreis, viele Menschen scheint es gar unmöglich auf ihren Sprachgebrauch zu achten.

Gesetze sind „Schwul“, mit deiner Hose siehst du aus wie eine „Tunte“. Sowieso ist der Regen eine „Schwuchtel“ und eigentlich würde ich schon einmal gerne einen Jungen küssen, nur um es auszuprobieren… – aber klar „NO HOMO!“ wenn ich bitten darf.

Wir würden gerne davon reden, das wir dass lustig finden. Doch das können wir nicht, da es einfach nicht lustig sein kann. Einen Menschen auf seine Sexualität zu reduzieren ist nicht nur Dumm, sondern gleich menschen verachtend. Mit einer schier unlogischen Logik, könnte man sich ebenfalls über Linkhändler_innen lustig machen. Aber hey allesz nur Spaß, man ist nicht homophob ,schließlich kennt man ja sogar Leute die Homosexuell sind. Man gibt sich tolerant und weltoffen, redet von Peace and Love und hört von KIZ: Ich steh auf Frauen (Ich Schwöre) Ist ja nicht so gemeint, sollen sich die Menschen nicht gleich verletzt fühlen, schließlich ist Verletzbarkeit erstens „uncool“ und zweitens zeigt man als richtiger wahrer Mann* keine Gefühle. ( außer Homosexuelle natürlich)

„Wenn du hetero bist, kennst du keine Angst vor AIDS…() Wichsen ist für mich tabu, denn das wäre Sex mit nem Typen
Und ich bin ja nicht schwul… () Ich bin so hetero, manchmal wenn ich Annotategeil bin wie Sau
Fick ich sogar meine eigene Frau!“

Jetzt mal im Ernst, egal was und welcher Sinn dahinter auch stehen mag. Texte wie diese, Sprüche wie diese, Meinungen wie diese, reproduzieren Homophobie und beschissenes Mackertum, einfach mal zum kotzen.

Am 24.01.14 haben wir eine Straßenumfrage in der Kölner Innenstadt gegen die Homeehe gemacht. Es ging darum die Reaktionen der Leute einzufangen und zu schauen, was sich die Leute allesz so unbeobachtet zutrauen.
Seht aber selbst:

Gegen jede Art der Homophobie!

Allesz Scheisze, alles gut.

Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, an eine kranke Welt angepasst zu sein.

Vorstellungen gegen dieses System vorzugehen und mit aller Kraft, für eine bessere Gesellschaft einzustehen und in
u.a kapitalistische, chauvinistische und Rassistische Denkmuster einzuschreiten und den ganzen Scheiß einfach mal zu beenden, besteht schon seit längerem. Demonstrationen, Kundgebungen und Diskussionen erläutern immer wieder, warum dieser aktuelle Weg der falsche ist. Und warum wir als Linke nicht
aufhören dürfen für eine emanzipatorische Welt zu kämpfen.

Oft prallt man als Aktivist_in jedoch auf Mauern und Schranken. Man investiert viel Kraft um etwas besser zu machen und bemerkt oft, wie frustriert und Machtlos man gegen aufgebaute Konstrukte ist. Frust über diese Welt, Frust über alles was einen einschränkt – was uns so wütend macht. Frust über die Menschen, das System, die ganze Politik.

Man möchten einfach nur einmal seinen Kopf ausschalten können, all diesen Problemen entfliehen und entspannen. Man ist das Opfer einer Maschinerie, der man kaum entfliehen kann. Und Gesellschaftliche Zwänge, Autoritäten, Repressionen und Justizorganen – weisen einen immer wieder darauf hin, das alles so bleiben soll wie es ist.

Linke Politik zu machen und zu verteidigen, ist nicht einfach. Das war es noch nie und wird auch weiterhin oft mit vielen Konfrontationen zusammenhängen. Doch können wir uns aufeinander stützen und dieses Leben erträglicher und einfacher gestallten. Aufeinander aufpassen, acht geben und solidarisch sein – steht hierbei im Vordergrund.

An dieser Stelle, widmen wir allen Genoss_innen einen Zuspruch. Wir möchten euch sagen, das ihr alle wunderbar seit. Auch mögen wir, nicht in der großen Mehrheit sein. Auch mögen wir oft nur kleine Etappensiege hinter uns bringen können. Der Tag wird kommen, an dem es sich gelohnt haben wird diesen Kampf begonnen zu haben. Das Recht auf eine weltoffene Welt, in der die Freiheit jedes Menschen siegt, wird kommen.

Oury Jalloh das war Mord!

Am 07.01.2005 verbrannte der Sierra Leoner Oury Jalloh in einer Zelle des Polizeigewahrsams in Dessau, Deutschland, bei lebendigem Leib, an Händen und Füßen auf einer schwer entflammbaren Sicherheitsmatratze fixiert. Obwohl der Mord an Oury Jalloh offensichtlich ist, wurden die weißen Polizisten , die als einzige als Täter in Frage kommen, nie wegen Mordes oder Totschlags angeklagt. Stattdessen wurde jahrelang behauptet, Oury Jalloh habe sich mit einem Feuerzeug selbst angezündet. Dieses Feuerzeug wurde jedoch bei der Durchsuchung der Zelle nicht gefunden und tauchte erst später auf. Es zeigte keinerlei Spuren von Kontakt zu Oury Jallohs Körper, seiner Kleidung oder der Matratze auf der er gelegen hatte.

Nach einem Brandgutachten, das von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh in Auftrag gegeben wurde, stellte sich heraus, dass davon ausgegangen werden muss, dass mehrere Liter Brandbeschleuniger benutzt wurden, um Oury Jalloh lebendig zu verbrennen.

Die Staatsanwaltschaft spricht seitdem zwar selbst von neuen Erkenntnissen und erklärt, dass nun Aufklärungsbedarf bestehe. Aber Oberstaatsanwalt Preissner hat trotz der vielfachen Aufforderungen, innerhalb und außerhalb der Prozesse, Abbrandversuche mit und ohne Brandbeschleuniger zur Rekonstruktion des Brandbildes aus Zelle 5 abgelehnt.

Wir fordern: Wahrheit – Aufklärung – Gerechtigkeit!
Alle Versuche, den Prozess weiter zu verzögern sind Ausdruck des institutionellen und strukturellen Rassismus in Deutschland.

Hier eine gute Dokumentation.

Brick by brick, wall by wall, make the fortress Europe fall!