Archiv für Oktober 2013

Nieder mit dem Iranischen Regime!

Gegen die Legitimierung des Iranischen Regimes in der Welt!

Wie bekannt herrscht seit langen in der Islamischen Republik Iran, weder freie Meinungsäuserung noch Pressefreiheit. Dazu kommt das Filme, Bücher, Lieder und Artikel erst nach Überprüfung der Regierung veröffentlicht werden dürfen. Die Iranische Regierung, ist auch nach dem Machtwechsel, durch Hassan Rohani ein Menschen verachtendes Land. Unabhängige, frei denkende Bewegungen können noch immer nicht frei agieren. Das Regime unterdrückt nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern ebenfalls die elementarsten Menschenrechte. Homosexualität wird immer noch mit der Todesstrafe bestraft, die Emanzipation der Frau wird im kleinsten Teil erstickt – ein patriarchaler Lebensstil wird noch immer fest eingebunden. So wird u.a auch die politische Situation Irans durch die Zahlen der Hinrichtungen bekannt. Dieses Jahr wurden bereits 400 Menschen hingerichtet, darunter 218 Menschen durch die Regierung Hassan Rohani. Zurzeit verbringen nun dutzende Frauen, Linke, Anwälte und Journalisten ihre Zeit hinter Gittern.

Das Iranische Regime, das seit 35 Jahren zu einem der gewalttätigsten, frauenfeindlichsten, homophobsten und menschverachtendsten Regime der Welt gehört. Nun weiterhin Schranken legt, die Menschen unterdrückt und tyranisiert, ist es wichtig sich weiterhin mit den Widerstandskämpfen linker Revolutions Bewegungen zu solidarisieren. Präsident Rohani redet von Entgegenkommen und der Zusammenarbeit westlicher Länder, während gleichzeitig in Iranischen Hinterhöfen, Polizeistationen und Gerichten, Menschen getötet, gefoltert und misshandelt werden.

Den Menschen im Iran bleibt nur der Weg der Revolution, sich von ihrem mörderischen Regime zu befreien. Die Regierung muss wie in Tunesien und Ägypten auch gestürzt werden!

Freiheit und Solidarität für die Menschen im Iran! Weg mit der Geschlechterapartheid, der Diktaturherrschaft und der Homophobie!

Nazis aus Remagen vertreiben: NS Verherrlichung stoppen!

Nur der Widerstand war unschuldig, keine Trauer um deutsche Kriegsverbrecher!

Ob Dresden, Bad Nenndorf oder auch die Aufmärsche für den
Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel Anfang der 2000er Jahre:
sogenannte Gedenk- oder Traueraufmärsche stellen mittlerweile einen festen
und wichtigen Bestandteil neonazistischer Erlebniskultur dar. Auch in
Rheinland-Pfalz gibt es seit Jahren Bemühungen, einen solchen Aufmarsch in
Remagen, einer Kleinstadt zwischen Koblenz und Bonn als Szene-Event zu
etablieren. Wir, das Bündnis NS Verherrlichung stoppen!, wollen uns mit
den lokalen und gesamtdeutschen Opfermythen kritisch auseinandersetzen.
Vor allem aber werden wir dem Naziaufmarsch in Remagen entschlossen
entgegentreten.

Die sogenannten „Rheinwiesenlager“

Am 7. März 1945 konnten alliierte Truppen überraschenderweise die damalige
Ludendorff-Brücke, heute vielmehr als „die Brücke von Remagen“ bekannt,
einnehmen. Eine von Wehrmachtssoldaten durchgeführte Sprengung
missglückte, die Brücke hielt vorerst stand. Die Einnahme der Brücke
ermöglichte den amerikanischen Truppen und beteiligten belgischen und
britischen Soldaten den ersten Vorstoß über den Rhein und damit ins
Zentrum Nazi-Deutschlands. Darauf folgende Siege der Alliierten und
schlussendlich die Kapitulation Nazi-Deutschlands am 08. Mai 1945 stoppten
die nationalsozialistische Mordmaschinerie. In Folge dessen errichteten
die Alliierten 18 bis 20 Gefangenenlager, die meisten entlang des linken
Rheinufers, zwischen Büderich (bei Wesel, NRW) und Heilbronn. Diese
provisorischen Einrichtungen dienten als Sammelstelle für unterschiedliche
Gefangene und hatten die Funktion eines „Durchgangslagers“. So bestand das
sogenannte „Rheinwiesenlager“ in Remagen nur zwischen April und Ende Juni
1945. Durch die kurzfristige Errichtung der Lager, waren die
Versorgungslage und die hygienischen Zustände anfangs schlecht, besserten
sich dann allerdings schnell. Dies muss aber im Kontext zu den
unmittelbaren Folgen des Krieges, wie wochenlanger Unterernährung,
Erschöpfung, den daraus resultierenden Krankheiten und der allgemeinen
Versorgungsknappheit nach Kriegsende gesehen werden. Im Remagener
Rheinwiesenlager sind knapp 1200 Tote belegt, welche auch auf Friedhöfen
in der Gegend um Remagen beerdigt sind. Nach seriösen Rechnungen sind in
allen sogenannten „Rheinwiesenlagern“ insgesamt zwischen 5.000 und 10.000
Insassen ums Leben gekommen.¹ Diese Zahl ist dabei in Relation zu der
Gesamtanzahl von etwa 1.000.000 Gefangenen zu betrachten.

Die Naziaufmärsche und das deutsche „Gedenken“

Neonazis aus der Region haben bereits vor Jahren die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ für sich entdeckt. Ein erster, angemeldeter Aufmarsch
fand symbolisch am 08. Mai 2005 statt. In den Jahren darauf gab es in
Remagen und den umliegenden Orten durch die Neonazis kleinere Aktionen.
Seit 2009 gibt es darüber hinaus wieder einen kontinuierlichen Aufmarsch,
jeweils um den Volkstrauertag herum.

Federführend bei der Organisation sind, neben dem langjährigen Anmelder
Christian Malcoci und Ralph Tegethoff, vor allem Personen des Aktionsbüros
Mittelrhein. Tegethoff ist eine Führungsfigur der militanten Neonazis in
Deutschland und Chef der Kameradschaft Sturm 08/12 aus dem Raum
Bonn/Siegburg. Entscheidende Personen des Aktionsbüros Mittelrhein waren
die Führungskader Sven Lobeck aus Mülheim-Kärlich bei Koblenz und
Christian Häger aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seitdem sich das ehemalige
Aktionsbüro Mittelrhein wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen
Vereinigung vor Gericht verantworten muss, übernehmen insbesondere Kader
der Nazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ logistische Aufgaben. „Die Rechte“ ist
aus der nordrhein-westfälischen Kameradschaftsszene hervorgegangen. Das
Umfeld des ehemaligen Aktionsbüros Mittelrhein tritt mittlerweile unter
dem Label „JN-Ahrtal“ als Jugendorganisation der Neonazipartei NPD auf.
Der Aufmarsch in Remagen entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer
regelmäßigen Veranstaltung mit 200-300 TeilnehmerInnen, und damit zum
größten Naziaufmarsch zwischen Köln und Frankfurt. Somit ist der
Naziaufmarsch in Remagen zur größten jährlich stattfindenden Aktion der
Naziszene in Rheinland-Pfalz geworden. Im Jahr 2012 bröckelte der
Aufmarsch, nicht zuletzt bedingt durch staatliche Repression gegen die
militante Kameradschaftsszene in NRW und dem nördlichen Rheinland-Pfalz,
auf 160 TeilnehmerInnen.

Die Neonazis stilisieren bei ihrem Aufmarsch die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ zu „Konzentrationslagern“ der Alliierten, in denen
systematisch Deutsche ermordet worden seien. Die von ihnen herbei
halluzinierte Zahl von über einer Millionen Todesopfern beweist schon in
Relation zu der Gesamtzahl der in den „Rheinwiesenlagern“ internierten
Gefangenen reichlich Absurdität. In bester revisionistischer Manier,
setzen sie den deutschen Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus und der
millionenfach begangenen administrativen Vernichtung von Menschen einen,
angeblich von Alliierten initiierten Genozid ähnlichen Umfangs entgegen.

Dass sich die Nazis dem Thema der „Rheinwiesenlager“ annehmen können, um
dieses szeneintern als Mobilisierungspotenzial auszuschlachten, ist
logisch. Dennoch bietet die Thematik, wenn auch nicht die Form des
„Gedenkens“ durch Aufmärsche und plumpe NS-Verherrlichung, Möglichkeiten,
inhaltlich ins lokale, bürgerliche Spektrum hinein anzuschließen.
Insbesondere in der lokalen Erinnerungskultur in den Regionen um die
„Rheinwiesenlager“ herum, ranken und nähren sich seit Kriegsende
zahlreiche Mythen um Leid und Kriegsgefangenschaft. In Remagen konkret,
bildeten sich solche Mythen rund um die von dem NS-Bildhauer Adolf Wamper
und Insassen des „Rheinwiesenlagers“ entworfene Lehmfigur „Schwarze
Madonna“. Diese wird einmal jährlich in einer Kapelle in unmittelbarer
Nähe zur „Mahnung“ an das ehemalige „Rheinwiesenlager“ ausgestellt. Das
bürgerliche Gedenken in Remagen muss dabei auch im Kontext des
bundesdeutschen Erinnerungsdiskurses betrachtet werden: Unter dem
Deckmantel von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und humanitären
Begründungen soll im Land der selbsternannten geläuterten
Erinnerungsweltmeister zunehmend auch konstruierten deutschen Opfern
gedacht werden. Die Ursache, der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg,
welcher für die Deutschen erst in Kriegsgefangenschaft mündete, wird
temporär ausgeblendet. Oft wird dabei im Endeffekt Schuld und Leid
abgerechnet, und Bomben auf deutsche Städte mit dem industriellen
Massenmord verglichen. Deutsche TäterInnen und die damalige
„Volksgemeinschaft“ werden somit nachträglich als Opfer rehabilitiert.

23.November – Den Nazis entgegentreten! In der Provinz! In Remagen!

Wir wollen es nicht hinnehmen, dass im fünften Jahr in Folge Neonazis in
Remagen weitgehend ungestört aufmarschieren können. Antifaschistische
Gegenproteste vor Ort wurden in den vergangenen Jahren kriminalisiert und
klein gehalten.² Damit muss Schluss sein! Wir werden am 23. November 2013
solidarisch mit den fortschrittlichen Teilen der Zivilgesellschaft und
aktiven Nazigegnern in der Provinz dem Naziaufmarsch entgegentreten.
Gerade deshalb werden wir auch Teile des lokalen Gedenkens kritisieren.
Ohne die Reflexion der Bedingungen und Verhältnisse, die zu deutschem
Größen- und Rassenwahn führten und als eine deren Folge die sogenannten
„Rheinwiesenlager“ entstanden, ist eine ehrliche und schließlich
emanzipatorische Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalsozialismus
nicht möglich.

Kommt am 23. November zur antifaschistischen Demo und zum anschließenden
Protest gegen den Naziaufmarsch in Remagen! NS Verherrlichung stoppen!
Deutsche Mythen ins Wanken bringen! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!

Weitere Informationen unter:
http://remagen2013.blogsport.de/aufruf/

Wir haben wieder eine Radiosendung!

Was ist eigentlich „Homophobie“ ?

Was bedeutet Homophobie für Betroffene?

Was halten Menschen von einem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare?

Diese Fragen haben wir uns und anderen Menschen gestellt und in einen halbstündigen Radiobeitrag gepackt. Ausgestrahlt wird er am 14. Oktober (ein Montag) um 21Uhr auf Radio-Bonn/Rhein-Sieg (Frequenz 97.8), im Rahmen des Locom Lora Bürgerfunkes.

Hört es euch an!!! <3