Archiv für Mai 2013

Heterosexismus, mehr als ein Phänomen.

Das institutionalisierte Denk und Verhaltenssystem, das Heterosexualität als Normform gilt ist jedem bekannt. Andere Formen sexueller Orientierung wie transgender, queer, bisexuell, intersexuell, homosexuell aber auch asexuelle Orientierungen die sich der einfachen Stigmatisierung in Schubladen nicht zuordnen wollen, stehen am Rand der Gesellschaft.

Doch was ist überhaupt Heterosexismus?

Als Heterosexismus wird die gesellschaftliche Norm genannt, die andere Formen als der typischen Mann und Frau Beziehung (Heterosexualität) als überlegender von anderen Beziehungen einordnet. Diese werden als „unnormal“ deklariert, versucht in das klassische Beziehungsmuster einzudrängen und pauschalisiert.
Anhand der als Beispiel bekannten Frage an Homosexuelle „Wer die Frau und wer der Mann in der Beziehung sei?“ Lässt sich dies unter anderem gut deklarieren. Durch das patriarchale Weltbild, das der Mann als Alphamännchen Stark sein muss, keine Gefühle zeigt und Macht ausstrahlt und somit über die Frau wacht und hütet, wird automatisch angekommen das eine der PatnerschatnerInnen sich der gegenüber stehenden Person unterordnet. Diese Form von Heterosexismus spielt aber nicht nur in „Alternativen“ Beziehungen eine Rolle, sondern zeigt sich ebenfalls in Heterosexuellen Beziehungen.

Oft wird es deshalb z.B belächelt, wenn ein eher ruhiger, stiller Mann mit einer temperamentvollen Frau zusammen ist. Die Gesellschaftliche Norm geht von einer klassischen Rollenverteilung aus, in der klare Unterschiede zwischen dem „Mann-sein“ und „Frau-sein“ gezogen werden. Das es möglich sein kann Beziehungen ohne diese zu leben scheint vielen fern. Beziehungen beziehen sich nämlich nicht wie oft gedacht auf der Betonung der eigenen Geschlechterrolle und Geschlechtsidentität, sondern der Harmonisierung beider Menschen. Attraktivität als Anziehungskraft gegenüber einer anderen Person, ist daraus zu entnehmen das sie nicht nur auf den äußerlichen Merkmalen und derer Wessenseinstellung basiert sondern im wesentlichen von den Erwartungen des Betrachters abhängt.

Die Liebe fällt also nicht auf das „Geschlecht“, sondern viel mehr verliebt man sich in die Person als ganzes. Es sollte in diesem Zusammenhang also auch überhaupt keinen Sinn ergeben, sich mit einem Geschlecht zu identifizieren, da die Menschen ihr Leben mit unterschiedlichen Vorstellungen, Sexuellen Identitäten und Geschlechtsidentitäten verbringen – und somit auch biologisch betrachtet nie in das Schemata „Mann“ und „Frau“ passen könnten.

Einfach mal das sexistische und diskriminierende Vorstadtdenken durchbrechen; Für ein Leben frei von Geschlechtern! Mann? Frau? Alles Kackscheiße!

(Geschrieben von freien AktivistenInnen* Dieser Text muss nicht in allen Punkten mit der Meinung der Antihomophoben Aktion Bonn entsprechen.)

Radiobeitrag zum Internationalen Tag gegen Homophobie.

Am 17. Mai ist wie jedes Jahr der Internationale Tag gegen Homophobie. Es ist immer noch Zeit sich der gesellschaftlichen Intoleranz,
quer zu stellen und weiterhin an einem Gesellschaftsideal fest zu halten das Platz für alle bietet.
Das niemanden in seiner einzigartigen Persönlichkeit eingrenzt oder verurteilt und die tristigkeit des normalen Alltags
durchbricht. Noch immer ist Homosexualität in 68 Ländern strafbar, in 21 Ländern kann sie mit dem Tod bestraft werden. Auch wenn in Deutschland die Strafverfolgung gegenüber Homosexuellen nicht existiert, ist auch hier Homophobie präsent!

Sie zeigt sich im Schulalltag, wenn homosexuelle Jugendliche sich wegen Mobbings am Rande der Gesellschaft gestellt fühlen. Sie zeigt sich in der U-Bahn, wenn sich 2 Homosexuelle küssen wollen und sich vorher umschauen müssen, dass sie nicht verprügelt werden. Sie zeigt sich im Arbeitsalltag in der TransgenderInnen nicht zu sich stehen können, weil sie sonst arbeitslos sind.

Homophobie erscheint in fast allen Kategorien der gesellschaftlichen Norm und weitet sich durch die Billigung des Staates immer weiter aus. Anstatt durch Pädagogische Maßnahmen das Schwarzweiß denken der Menschen zu verändern, besteht der Staat weiterhin an der strikten Einhaltung von männlich & weiblich. Er unterteilt immer noch geschlechtsspezifisch Stärke und Macht in patriarchale Strukturen und teilt emotionale Ebenen ausschließlich des „Frauen-Charakters“ zu. Mit dem Motto: „Wer weint, ist weiblich. Wer kräftig ist, ist männlich.“ Tritt eine differenzierte Aufnehmung nicht auf und die Oberflächlichkeit des Schubladendenkens tritt hervor.

Am 22.04 hatten wir einen kleinen Redebeitrag zum Internationalen Tag gegen Homophobie im LocomJournal Radio veröffentlicht.
Um es nachzuhören:

Der Kampf geht weiter.

Am 1. Mai nahmen wir als Antihomophobe Aktion Bonn, an der anarchistisch-libertären Demonstration in Bonn teil und gingen mit 180-200 Menschen in Bonn auf die Straße, um gegen die herrschenden Verhältnisse zu protestieren. Gegen 14:40 zog die Demonstration vom Kaiserplatz durch die Innenstadt und endete am Frankenbad. Die Demonstration kann rückblickend als ein guter Erfolg gesehen werden, wir freuen uns schon auf den nächsten 1. Mai und bleiben dabei:

„Kein Frieden mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus! Für eine freie Gesellschaft, der Kampf geht weiter.“