Archiv für April 2013

Resonanz zur aktuellen Lage in Frankreich.

Am Dienstagabend kam es wenige Stunden nach der Legalisierung der Homo-Ehe im französischen Parlament zu gewalttätigen Protesten. Bis zuletzt zeigten Gegner in Frankreichs Straßen Flagge gegen den umstrittenen Entwurf. Flaschen, Pyrotechnik und Steine flogen in Richtung Parlament. Mit Hasserfüllten Parolen zogen zuerst 3500 Gutbürger_innen durch die Pariserstraßen bis es zum Ende eskalierte.

„Adoptionen sollten generell nur an Frau und Mann gehen, dies sei nicht Homophob sondern eine natürliche Feststellung da es die Natur so geschaffen habe.“ Eine von vielen primitiven Auffassungen die die Gegner immer wieder hervor bringen. Bereits am Anfang der politischen Diskussion, versammelten sich tausende auf den Straßen um gegen den Beschluss der Regierung vorzugehen. Am Dienstagnachmittag hatte die Nationalversammlung der „Mariage pour tous“ (Die Ehe für alle) endgültig ihren Segen gegeben. Homosexuelle dürfen damit in Frankreich künftig heiraten und Kinder adoptieren.

Doch der Widerstand Rechtskonservativer Gruppen wartete nicht, seit Monaten gibt es jeden Tag Demonstrationen die gegen das nun beschlossene Gesetzt protestieren. Rechtsextreme Parteien und Gruppen werben, neben Christlichen Verbänden öffentlich mit. So heißt es auf Flyern, die rund um die Demonstrationen immer wieder verteilt werden: „für traditionelle Familienwerte und Nationale Strukturen“ . Homophob sein, wird zum Massenevent in der jeder einmal seinen Frust ablassen kann, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Während also ein Vater mit seinem Nachbarn über die Wertigkeit des Wortes: „Vater“ spricht, hört seine Tochter mit Mutter und Uroma gespannt und applaudierend dem Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements François Lebel zu, der öffentlich zu einem Reporter sagt: „ Die Homo-Ehe ist der Anfang der Legalisierung von Inzest und Pädophilie.“

Das sonst so „freiheitliche“ Frankreich veranschaulicht die tief sitzende Homophobie, die das wahre Gesicht einer sonst so gedachten „offenen“ Kultur darstellt. Unter dem Motto: „Frei seit ihr, solange wir mit euch nicht konfrontiert sind.“ zeigt sich wie fest gesetzte homophobe Strukturen, denn Konsens einer modernen Gesellschaft geben.

Wichtig ist nicht wer die Kinder aufzieht, sondern das sie aufgezogen werden. Aufgezogen werden in einem behutsamen zuhause, wo sie sein können der sie wollen. Wo sie versorgt und behütet werden, ohne gesellschaftlichen Grenzen ausgesetzt zu sein.

Wir sagen: „Wir haben kein Bock auf so eine Scheiße!“

Liebe bleibt Liebe, es ist vollkommen egal ob Frau und Frau, Mann und Frau oder Mann und Mann sich lieben. Liebe lässt sich weder von Sexualität, Geschlecht, Hautfarbe oder sonstigen einschränken. Geschenisse wie diese, zeigen nur einmal wieder wie verodet, verelendet und intolerant unser System ist. Es zeigt einmal wieder, das wir nicht dem Parlament vertrauen sollten, sondern den Widerstand gegenüber den ungerechtigkeiten selber organisieren müssen. Denn Freiheit ist nicht irgendein Wort, es beschreibt unser höchstes gut, unsere höchste Macht und unsere größte Stärke!

Demoaufruf: Auf zum 1 Mai!

Viele Menschen meinen sie könnten nichts ändern,nur zuschauen und mehr nicht.
Ein Satz den wir nicht verstehen können, den für Interventionen ist es nie zu spät.
Wir alle können ein Teil sein, ein Teil einer neuen Welt.
Wenn wir alle aufstehen und mit erhobener Faust für unsere Welt einstehen, werden sie machtlos und wir werden siegen.

…Auf zum 1. Mai nach Bonn!

Wir geben uns nicht zufrieden, mit Sozialabbau und einem steigenden Niedriglohnsektor. Mit Sexismus, der die Frau bis heute in patriachalen Strukturen einschränkt. Mit Ausgrenzungen jeder Art wie Antiziganismus, Antisemitismus oder Homophobie die uns jeden Tag über dem Weg laufen und den Betroffenen physisch und psychisch fertig machen. Wir geben uns nicht mit der kapitalistischen Herrschaftsordnung zufrieden, die jeden von uns in seiner Persönlichkeit einschränkt. Nicht mit Deutschland, nicht mit Grenzen, nicht mit Mauern!

Deswegen solidarisieren wir uns, mit der libertär-anarchistische Demo am 1 Mai in Bonn. Kommt mit uns, protestiert mit uns und lasst uns Ihnen eine deutliche Botschaft überbringen.

Für weitere Informationen besucht BonnLibertaer

1 Mai.
Demonstration 14H Kaiserplatz
Strassenfest 16H Frankenbad