Archiv für März 2013

Sexismus betrifft jeden, immer und überall!

Steubenville, Ohio, 11. August 2012: Eine Nacht voller Partys. Zwei Mitglieder des Footballteams der Steubenville High-school füllen ein Mädchen ab und lassen sie für die nächsten 6 Stunden nicht mehr in Ruhe. Sie wird zu verschiedensten Partys mitgeschleppt, wo die beiden Jungs sie öffentlich ausziehen und mehrfach vergewaltigen, sexuell misshandeln und erniedrigen. Während dieser ganzen Zeit war das Mädchen ohnmächtig.

Später, wenn der Fall schon längst vor Gericht ist, wird er die Öffentlichkeit und die Medien in zwei Lager teilen: Die Seite, die die Vergewaltiger hinter Gitter sehen will, und die andere Seite, die der Meinung ist, es sei ja keine Vergewaltigung gewesen, das Mädchen hätte ja nicht Nein gesagt. Wir, die Aha-Bonn finden diese Meinung sehr gefährlich.

Sie wirft die Frage auf: Wann genau beginnt Zustimmung? Denn eins ist klar: Sex ist nur mit beidseitiger Zustimmung in Ordnung. Gucken wir uns das nun mal am Beispiel des Steubenville- Falls an: Das Opfer, ein damals 16-jähriges Mädchen, war während der kompletten Tatzeit ohnmächtig. Sie hatte gar nicht die Möglichkeit ihren Peinigern ihren Widerspruch mitzuteilen. Das ist unserer Meinung nach keine Zustimmung!

Vergewaltigung ist kein Spiel, es ist ein ernstzunehmendes Verbrechen. Hier kann nicht nach dem Motto: „Wer nicht ablehnt, stimmt automatisch zu!“ entschieden werden, ob eine Vergewaltigung vorliegt, oder nicht! Dazu steht zu viel auf dem Spiel: Ein solches traumatisches Erlebnis zerstört das Leben des Opfers völlig, seine oder ihre geistige Gesundheit ist für den Rest des Lebens gestört!

Unser Motto lautet deshalb:

„Wer nicht zustimmt, lehnt ab!“
Wut ist nicht genug: für den konsequenten Kampf gegen Gesellschaftlichen Sexismus, kein Frieden und keine Ruhe mit unterdrückenden Verhältnissen!

Weltfrauentag ist Kampftag

Auch, wenn Frauen heutzutage in Deutschland dieselben Rechte wie Männer haben, stecken immer noch sexistische Gedanken in den Köpfen vieler Menschen. „Eine von drei Frauen auf diesem Planeten wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt. Das sind eine Milliarde Frauen, denen Gewalt angetan wird (…)“ (Quelle: WDRFernsehen, Frau TV-Aktion „One Billion rising“)

Das Idealbild der Frau ist für viele Menschen, vor allem für viele Männer, immer noch die Rolle der Hausfrau und Mutter und generell werden Frauen den Männern immer noch viel zu oft untergeordnet. Frauen müssen sich leider viel zu häufig abwertende und frauenfeindliche Kommentare anhören, doch sich trauen zu widersprechen, tun die wenigsten. Selbst, wenn sich eine Frau traut etwas dagegen zu sagen, wird deren Stimme nicht wirklich ernst genommen, da sie in der Gesellschaft generell einen niedrigeren Rang haben.

Die gesellschaftliche Lage der Frau ist auch noch heutzutage geprägt von Vorstellungen und Idealen, die sie als freilebende Menschen in Ihrer einzigartigen Entfaltung unterdrücken. Mediale Werbung durch die Modeindustrie, beschränkt die Frau oft nur als Lustobjekt anstatt sie emanzipatorisch in die Gesellschaft zu integrieren. Schönheitsideale, wie der immer wieder kommende Schlankheitswahn, pressen die Frau in eine Schublade. Frauen die dieser Schublade nicht nach kommen wollen oder können, sehen sich einer breitschichtigen Intoleranz der Öffentlichkeit ausgesetzt. In einem derartigen Zusammenleben, ist die Frau in ihrer selbstständigen Entwicklung unterdrückt.
Was Gesetzesgeber erzählen, interessiert nicht. Was Gerichte erzählen, interessiert nicht. Die Realität zeigt die einzige Wahrheit, Frauen sind einem massiven Druck ausgesetzt – dem sich Männer in Ihrem Leben in dieser Art nicht stellen müssen. Frauen müssen sich meist immer zuerst beweisen, bevor sie jemand ernst nimmt. Deshalb muss man diese Unterdrückung in der Öffentlichkeit ansprechen und anprangern. Damit Frauen eines Tages in einer Welt aufwachsen, inder sie selbst sein können. Ohne das jemand sie dafür verurteilt.

Ein ebenso großes Problem wie der Sexismus ist und bleibt die Homophobie. Erschreckende Antworten wurden bei einer Umfrage in Greifenwald zum Thema Homosexualität gegeben: „Also das kann ich nicht begreifen und auch nicht tolerieren.“, „Wenn es sogar in der Regierung Homosexuelle gibt, die mehr Geld als andere verdienen, dann schäme ich mich ein Mensch zu sein.“, „Die Homosexualität sollte bekämpft werden.“, „Das kann nur eine Erbkrankheit sein.“ (Youtube: „Umfrage zum Thema Homosexualität“).
Ist Liebe also eine Sünde?
Dadurch, dass Homosexualität in der Gesellschaft häufig auf Ablehnung stößt, trauen sich viele nicht, ihre sexuelle Orientierung offen zu zeigen.