Archiv für Dezember 2012

Der Kampf der Selbsterkennung.

    Kann man sein Umfeld je annährend genug dafür loben, ein Umfeld zu sein das einen einen selbst sein ließ?

Die Straßenumfrage:

Es wurde gefragt:
„Wie stellen sie sich persönlich einen typischen Schwulen vor ?“

Ein Vater antwortet:

„Baaah! Die mag ich nicht! Also diese ulkigen Menschen tragen doch immer zu enge Jeans, knallige Farben und haben immer geglätte Haare. Sowas kommt mir nicht ins Haus..“

Die Reporterin antwortet :

„Mein Sohn ist Schwul und zieht sich nicht so an“

Darauf hin der Vater abgeneigt :

„Wie sieht denn sonst sein Tuntiger Style aus?“

Die Reporterin antwortet iritiert:

„Wie sollte er denn sein? Er trägt Hosen, T Shirt’s obwohl sein jetziger Freund eher einen auf Hip Hoper macht. Er zieht bei sowas immer schnell mit. Also trägt er seit kurzem auch viele Joginghosen.. Sein Kleiderschrank ist mit allem möglichem gefüllt, G-Star Pullover, Hemden ich schätze genau wie ihr Sohn. Hat er also nun also auch einen Schwulen Klamotten Stil?“

Daraufhin dreht sich der Mann um und geht weg. Ohne noch ein Wort zu sagen…

Heute wollen wir mit diesem Artikel deuten, das immer noch viele mit einer presenzen Unreife und Intolerantheit eingestellt sind, wenn sich ein Mensch als Homosexuel, Bisexuel, Transgender outet. Die Menschen stempeln sie ab ohne sie zu kennen. Und ordnen sie somit in kategorische Schubladen ab… Verbrennen, zertretten und zerschmettern mit ihren Vorurteilen die Träume vieler homosexueller Menschen. Die sie meistens noch nicht einmal kennen.. Ein Armutsurteil des 21ten Jahrhunderts, uns macht es wütend, als Mann in Feminine Schubladen gesteckt zu werden. Wütend als Frau unterkategoriesiert als Mann darzustehen. Von Menschen die einen noch nie gesehen haben. Menschen die noch nie offen mit einem Homosexuellen geredet haben, niemanden persönlich kennen – und sich trotzdem erlauben ein Bild zu machen!

Diese tollen, netten, begabten wunderbaren Jungen und Mädchen die den Mut haben sich zu outen, im Wissen ausgegrentzt zu werden sollten uns alle inspirieren. Sie fordern uns heraus zu uns selbst zu finden. Und an unsere Träume zu glauben. Wir müssten ihnen unser vollstes Potenzial zeigen damit sie merken das das was im Moment in den Deutschland los ist nicht normal und nicht Menschengerecht ist. Wir müssen ihnen zeigen das die meisten Menschen falsch liegen sie einfach Schubladen zu stecken. Damit diese Menschen eines Tages aufstehen können ohne diskriminiert zu werden.


Ebenfalls wollen wir mit diesem Artikel erneut dazu aufrufen, sich dem herschenden Schönheitsideal nicht zu unterwerfen. Sich dem Abspaltungssystem der Modeindustrie und des Staatsapparates der Bundesrepublik Deutschland, nicht her zu geben. Wer anders ist, bleibt anders und sollte sich nicht als Aussenseiter sehen müssen, da er im Strom nicht mitkommt.

Du bist nicht ”zu” etwas.
Du bist weder zu dick, noch zu dünn
weder zu groß noch zu klein
weder zu angepasst, noch zu autonom
weder zu offen, noch zu zurückhaltend
weder zu männlich, noch zu weiblich.
Du hast weder zu große, noch zu kleine Augen,
weder zu eng anliegende, noch zu abstehende Ohren
weder zu lange, noch zu kurze Haare.

Doch es ist schwer, mit dir selbst vollständig zufrieden zu sein dich selbst so zu akzeptieren wie du bist auf den Charakter deines Gegenübers zu achten, unabhängig seines Äußeren. Denn überall in deiner Stadt, im Fernsehen, in der Schule, in der Politik werden Ideale und Normen übermittelt, die sich bei dir im Unbewussten verfestigen, da du schon seit Geburt damit konfrontiert wirst sodass du denkst, du seist zu dick – doch was macht es für einen Unterschied, was du für eine Figur hast?

Fängst du an, all diese Idealen zu hinterfragen, wird dir auffallen, dass sie bezogen auf deinen Charakter und dein Leben – deine Individualität – keinen Sinn ergeben, dass sie zu erfüllen, ein unmögliches Ziel ist.

Warum solltest du faul, undiszipliniert, eklig und abstoßend sein, wenn du gerne isst und deine Figur nicht mehr in den Rahmen der Norm passt?
Warum solltest du als Mann nicht in Absatzschuhen herum laufen können, ohne als tuntig und schwul beschimpft zu werden – was lässt uns von deinem Kleidergeschmack aus deine sexuelle Orientierung erschließen?

Warum solltest du als Frau als unreif, eklig, heruntergekommen und gleichgültig abgewertet werden, wenn du keinen Bock hast, deine Beine zu rasieren? – was lässt uns allein durch dein Äußeres deinen Charakter erkennen?

Warum solltest du als Mann stark, selbstbewusst und dominant sein müssen, warum solltest du als Frau dich ständig zurücknehmen, schüchtern und versorgend sein müssen? – und was lässt uns Menschen abwertend begegnen, wenn sie Charaktereigenschaften haben, die nicht den Idealen, die den zwei biologischen Geschlechtern anhaften, entsprechen? Ist männlich wirklich gleich männlich, und weiblich gleich weiblich?

Warum solltest du als Frau anders sein, wenn du auch andere Frauen sexuell anziehend findest, warum solltest du als Mann anders sein, wenn du auch gerne mit anderen Männern rummachst?
Wir sollten versuchen, uns gegenseitig so zu akzeptieren, wie wir nun einmal sind, unabhängig unserer Äußerlichkeiten, unabhängig davon, ob wir Normen erfüllen oder nicht.


Doch unsere Toleranz sollte nicht so weit gehen, dass wir sogar Intoleranz akzeptieren – lasst uns die Intoleranz erforschen, ihr auf die Schliche kommen, sie entlarven und so für einen toleranten Umgang miteinander kämpfen!

Kein Schweigen, kein Vergeben!

    Der Nationalsozialismus -
    der Terror des Faschismus,
    die Verfolgung einer Minderheit,
    um den deutschen Imperialismus voranzutreiben,
    um die deutsche Rasse zu vereinen und zu stärken getrieben vom Kapital.

Juden, Roma, „Ausländer“ sowie Homosexuelle – wurden seit jeher verfolgt und ausgegrenzt.
Faschisten bedienten sich der Sündenbock-Ideologie und trieben diese schließlich zur systematischen Ermordung von 6 Millionen Menschen, darunter zehntausende homosexuelle Männer und Frauen.

Dem arischen Mann als Ideal, sollte es wichtig und zur Aufgabe sein das deutsche Blut an nächste Generationen weiterzuvererben. Dies war nur erreichbar, durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr.
Der homosexuelle Mann, konnte so nicht als Zeugungsmaschine funktionieren, die homosexuelle Frau nicht als freiwillige Gebärmaschine. Sie waren der deutschen Rasse ein Laster und mussten verschwinden.

Die Faschisten rechtfertigten, erfreuten und kämpften für die Verfolgung und Ermordung homosexueller Männer sowie die Vergewaltigung von homosexuellen Frauen.

Der §175 ein Ausdruck des Hasses, gegen Homosexuelle auch selbst nach Ende des Krieges weiter als Gesetz der BRD geltend, erst 1989 vollständig abgeschafft, ist für uns kein Grund zum schweigen. Der sich nicht der heterosexuellen Norm anpassende Mann, ist auch heute noch starken Diskriminierungen ausgesetzt. „Schwul“ ist heute wiedermal oder immer noch
ein Schimpfwort. Dies zeigt die geistige und moralische Unreife die auch nach den schrecklichen Taten der Nationalsozialisten, immer noch nicht angekommen scheint.

Wer sich nicht anpasst,
Wer sich nicht nach Klischees abstempeln lässt,
Wer sein eigenes Leben lebt,
Der wird nach alldem immer noch ausgegrenzt und als minderwertig betrachtet,
als „ekelhaft“ und „widernatürlich“ beschimpft.

Wir gedenken der Verfolgten des Nationalsozialismus; heute besonders derer, die aufgrund ihrer Sexualität verfolgt und ermordet wurden und seit dem immer wieder in den Hintergrund geraten.
Wir stehen für eine Entwicklung hin zu einer Gesellschaft, die frei ist vom „Schubladen-Denken“ und die frei ist von der Hetero-Norm, die in der heutigen Gesellschaft die individuelle Auslebung unseres Charakters und unseres Lifestyles verhindern!
Wir werden nicht zulassen, dass Homosexuelle auf die selbe Weise diskriminiert werden, wie während des Nationalsozialismus – der Faschismus gehört raus aus den Köpfen der Menschen!

Aus diesen Gründen haben wir gestern an vielen Orten in Mitte des gesellschaftlichen Lebens
Kerzen aufgestellt und Gedenkzettel angebracht um die Diskriminierung Homosexueller während des Hitler-Regimes anzuprangern. Gemeinsam trauern wir um die Verfolgten und Ermordeten, gemeinsam rufen wir zur Aktion gegen Homophobie auf!