Archiv für November 2012

Der Gemeinschaftssinn bleibt erhalten.

    Mit großer Freude, hat die Aha-Bonn eine Aktion zugespielt bekommen. Hierbei handelt es sich, um eine Unterstützergruppe die den Öffentlichen Raum der Bonner Altstadt, dazu genutzt hat um auf Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und dem Clicheehaften Bild der Frau und ihren fragwürdigen Schönheitsidealen Aufmerksam zu machen.
  • Wir erfreuen uns dieser Aktion sehr, sie schafft Öffentlichkeit und legt neue Steine für den weiter gehenden Kampf eine befreite, liberale und tolerante Gesellschaft zu prägen. In diesem Sinne, richten wir allen freien Aktivisten/innen unsere Solidarität aus, für das Wohl und die Eintracht in diesem System weiterhin zu kämpfen.
  • Werbung übermittelt ein Frauenbild, das von idealisiertem Aussehen geprägt wird. Es vermittelt das „Handtaschen“-Image der Frau, also das Ansehen der Frau als Accessoire und nicht als eigenständiges Individuum. Die Persönlichkeit tritt in den Hintergrund, der Wert der Frau wird nach ihrer „Schönheit“ definiert. Das Schönheitsideal wird durch diese Werbung zwar nicht geschaffen, aber sie ist ein wichtiges Hilfsmittel um es weiter und tiefer in unserer Gesellschaft zu verankern.

    Diese Werbung ist ein weiteres Beispiel für den bekannten Spruch: „Sex Sells!“. Das weibliche Schönheitsideal wird benutzt um ein Produkt zu verkaufen. Sie lässt in unseren Köpfen das „ideale Aussehen“ der Frau entstehen und viele, die diesem Bild nicht entsprechen sind starken Selbstzweifeln und Ablehnung durch andere ausgesetzt.

    In unserer Gesellschaft ist die Werbung Ausdruck des Kapitalismus. Da in diesem System nicht nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage produziert wird, sondern um die Profitgier zu stillen, müssen die Produkte durch massenhafte Werbung, die sich an den Idealen dieser Gesellschaft bedient und sie auf diese Weise sowohl weiterverbreitet als auch weiterentwickelt, den Menschen schmackhaft gemacht werden. Gerade in der heutigen modernen Gesellschaft werden so die Geschlechterrollen und Schönheitsideale, zum Beispiel mithilfe von Internet, Fernsehen und riesigen Werbeflächen, viel effektiver und schneller genährt.

    „Welche Werbung sagt dir, dass du nicht schön bist?
    Jetzt mal ehrlich, das ist krasser Blödsinn!“
    [Sookee – Milady]

    Dieses Zitat der Berliner Rapperin Sookee verdeutlich genau das, was wir gerade – unteranderem – sagen wollten: Nämlich, dass wir anfangen sollten Menschen nicht mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen zu messen, sondern die individuelle und einzigartige Schönheit jedes Menschen zu erkennen.

    Geschlechterrollen und Schönheitsideale werden sowohl Jungen als auch Mädchen von klein auf anerzogen und zwingen uns in Schubladen. Schon bei dem Versuch aus ihnen auszubrechen stößt man auf Ablehnung und wenn man es schafft sich selbstbewusst von diesen zu emanzipieren passiert es nicht selten dass man von der Gesellschaft ausgestoßen und diskriminiert wird.

    Diese Schubladen machen Homophobie, Sexismus, Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art erst möglich.
    Aus diesem Grund sollte man diese Aktion nehmen und weiter tragen.

    Denn jeder sollte der Meinung sein, dass man Fremdenfeindlichkeit,Homophobie und Sexismus radikal ablehnen muss.

    !FUCK THE SYSTEM!

    Es gibt kein Recht auf Intoleranz.

      „Eröffnen wir ein Land, besser eine Welt ohne Grenzen.
      In der wir die Mauern auflösen, in der wir das Gemeinwohl, die Verbundenheit stärken.
      In der wir keine Grenzen ziehen, zwischen Kultur, Hautfarbe, Sexueller Orientierung, Abstammung und Identität.
      Schaffen wir ein Land, in der Liebe vor Geld steht.“

    Unsere Vorstellungen von Schönheit, Familie und Liebe
    sind beeinflusst von Idealen, die der kapitalistischen Herrschaftsordnung angehören.
    Durch Werbung, Medien und Vorbilder vermittelt,
    entstehen Normen und Typen, die den Charakter eines jeden Menschen unterdrücken und
    unserer einzigartigen Entfaltung Grenzen setzen.

    Nichts wird mehr dem Zufall überlassen.
    Unser Leben ist bestimmt durch mit schwimmen, mitreden und mitleben.
    Für ein funktionierendes System, werden wir alle in eine Schublade gesteckt.
    Schon kleinauf ist deswegen Ausgrenzung Normalität,
    und die kritische Hinterfragung unseres Alltags eine Ausnahme.

    Durch das Ursprüngliche Ideal von Mann und Frau,
    trifft gleichgeschlechtliche Liebe auf Ablehnung.
    Die Charaktereigenschaften werden auf das Geschlecht reduziert,
    die Menschen bedienen sich an Klischees.
    Beide vom System ausgebeutet, von Idealen eingeschränkt, die Frau oft vom Mann untergeordnet.

    Wir sehen Stereotypen „Frau“ und „Mann“ als nicht hinnehmbare Konstrukte; tief im System verankert.
    Die in unserer Gesellschaft aussagen über Eigenschaften und Vorurteile.
    Wenn man Individualität unabhängig von diesen Idealen auslebt:

    – wird man als „abnormal“ bezeichnet

    – wenn wir einen Menschen gleichen Geschlechts lieben ist man „anders“

    …Wir wollen uns in keine Konstrukte einsortieren lassen,
    die unser Leben, unseren Charakter und unsere Liebe vorgeben!

    Als Antihomophobe Aktion rufen wir deshalb auf:

    Opposition reicht nicht, es ist Zeit die Fäden selber in die Hand zu nehmen
    und aktiv dagegen zu protestieren.
    Es ist Zeit für Veränderung, es ist Zeit für Umstrukturierung.
    Wir als Gruppe sind fest davon überzeugt etwas verändern zu können.
    Wir werden immer wieder verschiedene Aktionen durchführen, diese dokumentieren und
    hier veröffentlichen.
    Mit der klaren und festen Aussage, unsere Freiheit ist erkämpfbar.

    Der Wandel hat begonnen.